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US-Exportstopp?Rekordpreise bringen freien Dieselhandel ins Wanken – Monumental Energy setzt auf unabhängige Ölförderung

Ein möglicher US-Exportstopp zeigt, wie verletzlich internationale Dieselströme geworden sind. Während Europa um Ersatzlieferungen ringt, gewinnen weltweit zusätzliche, unabhängige und regional diversifizierte Öl- und Gasquellen an Gewicht. Monumental Energy setzt in Neuseeland genau dort an.

von Verumo-Redaktion

Lesezeit 8 min
Titelbild: Jennifer Latuperisa Andresen / Unsplash

Washington erwägt einen tiefen Eingriff in den internationalen Dieselmarkt. US-Präsident Donald Trump unterstützt einen Exportstopp, während seine Regierung die praktische Umsetzung prüft. Der Vorstoß aus Washington fällt in eine Phase außergewöhnlich hoher Preise und knapper globaler Versorgung. Für Europa könnte eine Begrenzung amerikanischer Ausfuhren die Lage zusätzlich verschärfen.

Dieselmarkt hat kaum noch Puffer

Der Preisdruck ist das Ergebnis mehrerer gleichzeitiger Störungen. Die Kriege im Iran und in der Ukraine haben Lieferungen wichtiger Produzenten deutlich reduziert. Zuletzt trafen ukrainische Angriffe russische Raffinerien, während der Iran-Konflikt zentrale Handelsrouten im Nahen Osten beeinträchtigte.

Am vergangenen Montag kostete Diesel an US-Tankstellen im landesweiten Durchschnitt der U.S. Energy Information Administration rund 6,52 USD je Gallone. Im August erreichten die US-Dieselexporte zugleich den Rekordwert von rund 1,6 Mio. Barrel täglich. Im Februar waren es laut dem Daten- und Analyseanbieter Kpler noch rund eine Million Barrel pro Tag.

Diesel ist für Lastwagen, Landmaschinen und große Teile der industriellen Logistik unverzichtbar. Höhere Preise verteuern deshalb Transporte und können über steigende Warenkosten breiter auf die Inflation wirken. Die Verbindung aus hohen Preisen und Rekordexporten ist also von politischer Brisanz.

Zugleich bieten die heimischen Reserven nur begrenzten Puffer. Die Bestände an schwefelarmem Straßendiesel lagen zuletzt bei knapp 97 Mio. Barrel. Das waren laut Reuters knapp 13 % weniger als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Gleichzeitig liefen US-Raffinerien mit etwa 97 % ihrer Kapazität.

Exportstopp birgt eigene Marktprobleme

Trumps Ansatz folgt zunächst einer einfachen Logik. Bleibt mehr Diesel im Land, könnte das zusätzliche Angebot den heimischen Preis drücken. Finanzminister Scott Bessent erklärte, geprüft würden sowohl ein vollständiger als auch ein teilweiser Exportstopp.

Die Geografie des US-Marktes erschwert jedoch diese Rechnung. Die exportorientierten Raffinerien an der Golfküste produzieren mehr Diesel, als ihre Region verbraucht. Infrastruktur und Transportwege erlauben es jedoch nicht, jeden überschüssigen Barrel wirtschaftlich in andere Landesteile zu verschieben.

Ein Verbot könnte deshalb die Raffinerien selbst treffen. S&P Global Energy CERA modelliert bei einem vollständigen Exportstopp Kürzungen der Rohölverarbeitung um rund 1,9 Mio. Barrel täglich. Das entspräche etwa zwölf Prozent des gesamten US-Raffineriedurchsatzes. Die Benzinproduktion könnte in diesem Szenario um bis zu 750.000 Barrel täglich sinken.

US-Energieminister Chris Wright warnt deshalb vor sinkender Produktion, falls der Absatz künstlich begrenzt wird. Innenminister Doug Burgum bezweifelt ebenfalls, dass ein Exportverbot die Preise landesweit deutlich senken würde. Beide Positionen stehen Trumps Unterstützung für die Maßnahme entgegen.

Europas Versorgung bleibt besonders verwundbar

Für Europa liegt das Risiko auf der anderen Seite der Handelsroute. Der Kontinent ist bei Diesel strukturell auf Importe angewiesen. Nach dem weitgehenden Wegfall russischer Mengen durch Sanktionsmaßnahmen gewannen Lieferungen aus den USA und dem Nahen Osten erheblich an Bedeutung. Doch auch der zweite Versorgungskanal ist derzeit geschwächt. Im September sanken die Dieselimporte Europas aus dem Nahen Osten auf durchschnittlich rund 110.000 Barrel täglich. Im August sind es noch 191.000 Barrel gewesen.

Die Knappheit spiegelt sich bereits im Preis wider. Platts bewertete schwefelarmen Diesel im Handelsraum Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen zuletzt mit 1.536 USD je Tonne. Eine separate Notierung für Lieferungen nach Nordwesteuropa hatte Mitte September den höchsten Stand seit Beginn dieser Preisreihe im Jahr 2007 erreicht.

Ein amerikanischer Exportstopp würde diese Abhängigkeit verschärfen. Mengen aus der US-Golfküste könnten Europa dann nicht mehr als Ausgleich für Ausfälle in anderen Lieferregionen dienen. Regional wären die Folgen gegensätzlich: mehr Angebot in Teilen der USA, weniger verfügbare Ware auf dem Weltmarkt.

Neue Förderquellen gewinnen strategische Bedeutung

Handelsbeschränkungen können vorhandene Mengen umverteilen, ein zusätzliches Angebot schaffen sie nicht. Je störanfälliger etablierte Lieferwege werden, desto wichtiger werden Produktionsquellen außerhalb der bisherigen Hauptachsen. Für viele Staaten verbindet sich Versorgungssicherheit zunehmend mit der Frage, welche heimischen oder regional erreichbaren Reserven sich wirtschaftlich erschließen lassen.

Neuseeland hat dafür seinen politischen Rahmen verändert. Mit der Reform des Crown Minerals Act wurde das 2018 eingeführte Verbot neuer Erdöl- und Erdgasexploration außerhalb des Onshore-Gebiets von Taranaki wieder aufgehoben. Seit September 2025 können Unternehmen zudem über ein offenes Wettbewerbsverfahren neue Explorationsflächen beantragen. Die Regierung begründet den Kurs ausdrücklich mit dem Bedarf an zusätzlicher heimischer Energieversorgung und vergab im Juli 2026 erstmals wieder eine neue Offshore-Explorationsgenehmigung.

Parallel soll ein Gas-Security-Fund mit einem Volumen von 200 Mio. NZD (ca. 114 Mio. USD) zusätzliche heimische Gasversorgung ermöglichen. Anfang September wurden daraus die ersten beiden Projekte mit Krediten von zusammen bis zu 23,5 Mio. NZD (ca. 13,4 Mio. USD) unterstützt.

Die Versorgungskette beim Diesel beginnt bei der Förderung von Rohöl. Für die breitere Energieversorgung spielt daneben auch Erdgas eine zentrale Rolle. Im neuseeländischen Taranaki-Becken versucht Monumental Energy ISIN CA61534D1087 WKN A3EYZW, vorhandene Ressourcen und bestehende Infrastruktur wieder stärker zu nutzen.

Monumental Energy setzt auf bestehende Infrastruktur

Gemeinsam mit New Zealand Energy beteiligt sich Monumental an der Überarbeitung bestehender Bohrungen. Diese sogenannten Workovers sollen bereits erschlossene Öl- und Gasvorkommen wieder oder stärker in Produktion bringen. Im März nahm beispielsweise Waihapa H1 nach entsprechenden Arbeiten die kommerzielle Förderung wieder auf. Die Bohrung liegt weniger als 100 Meter von einer bestehenden Produktionsanlage entfernt. Aktuell führt Monumental fünf Bohrungen als produzierend. Dazu gehören neben Waihapa H1 Copper Moki 1 und 2 sowie Ngaere-1 und Ngaere-2.

Damit setzt das Unternehmen zunächst auf einen anderen Ansatz als bei einer vollständig neuen Feldentwicklung. Vorhandene Bohrungen und Infrastruktur bieten dafür eine Grundlage, parallel prüft Monumental weitere Fördermöglichkeiten. Als wesentlichen Teil seiner Neuseeland-Strategie will man die Öl- und Gasproduktion aus bestehenden Feldern forcieren. Das Vergütungsmodell ist direkt an die Produktion gekoppelt. Monumental erhält zunächst 75 % der Nettoerlöse aus dem betreffenden Anteil, bis das eingesetzte Kapital zurückgezahlt ist. Danach sinkt der Anspruch auf eine dauerhafte Beteiligung von 25 % der Nettoerlöse.

Parallel versucht das Unternehmen, seine Position im Taranaki-Becken auszubauen. Im August wurde die Bewerbung von Monumental und seinen Partnern für das rund 245 Quadratkilometer große Tirua-Point-Gebiet zur weiteren Regierungsprüfung angenommen. Wird die ausstehende Explorationsgenehmigung erteilt und werden die endgültigen Vereinbarungen geschlossen, soll Monumental einen Anteil von 60 % halten. Tirua Point ergänzt damit die Arbeiten an bestehenden Bohrungen um eine längerfristige Explorationsperspektive. Für Monumental liegen die nächsten konkreten Schritte bei weiteren Produktionsoptimierungen im Taranaki-Becken und bei der Entscheidung über die beantragte Explorationsfläche.

Die Debatte in Washington führt zugleich zurück zum Ausgangsproblem. Ein Exportstopp kann kurzfristig verändern, wohin vorhandener Diesel fließt. Die strukturelle Knappheit lässt sich damit kaum beseitigen. Auf längere Sicht gewinnen deshalb zusätzliche Produktion, vorhandene Infrastruktur und eine breitere geografische Verteilung der Energieversorgung an Bedeutung. Die Aktivitäten von Monumental Energy in Neuseeland sind ein Beispiel dafür, wie Unternehmen versuchen, genau an dieser vorgelagerten Seite der Versorgungskette neue beziehungsweise bislang ungenutzte Mengen zu erschließen.