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Schutz statt VollgasZwei ETF-Strategien werben mit Puffer gegen Börsenrückschläge

Viele Sparer meiden Aktien trotz langfristig höherer Renditen. Puffer-ETFs (Buffered ETFs) versprechen Schutz bei Rückschlägen, begrenzen aber zugleich die Gewinne. Zwei Fonds zeigen, wie unterschiedlich dieser Risiko-Rendite-Kompromiss ausfallen kann.

von Verumo-Redaktion

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Titelbild: Getty Images / Unsplash

Viele Anleger schrecken vor Aktien zurück, obwohl breite Aktienmärkte über lange Zeiträume deutlich besser abgeschnitten haben als Anleihen. Das ist ein Ansatzpunkt für sogenannte Puffer-ETFs, also börsengehandelte Fonds mit integriertem Absicherungsmechanismus. Sie sollen den Einstieg erleichtern, indem sie Rückschläge begrenzen, dafür aber die Gewinnchancen nach oben kappen. Darüber berichtet MarketWatch unter Berufung auf Graham Day, den Chefanlagestrategen von Innovator bei Goldman Sachs Asset Management.

Langfristig schlagen Aktien Anleihen deutlich

Der Grundgedanke ist einfach. Wer sich vor einem Börsenrutsch fürchtet, bleibt oft ganz fern oder ist in Anleihen übergewichtet. Laut Day liege der Großteil des Vermögens dann weiterhin in eher risikoarmen Anlagen wie Anleihen, Geldmarktprodukten oder kapitalmarktnahen Versicherungsprodukten mit Schutzmechanismen. Wer diese Anleger in den Aktienmarkt holen wolle, müsse ihnen eine Form von Absicherung bieten.

Dass die Renditechancen an der Börse langfristig höher sind, ist gut belegt. Der S&P 500 erzielte in den 30 Jahren bis Ende 2025 im Schnitt 10,4 % pro Jahr. Auf Sicht von zehn Jahren lag die durchschnittliche Jahresrendite sogar bei 14,8 %. Die Kehrseite zeigte sich 2022 mit einem Minus von 18,2 %. Gerade solche Jahre treiben nervöse Anleger oft aus dem Markt, obwohl auf schwache Phasen später häufig starke Erholungen folgen.

Auch Datenmodelle von Eugene Fama und Kenneth French, aufbereitet vom Börsenbrief "The Prudent Speculator", stützen diese Sicht. Über lange Zeiträume lagen Aktienportfolios demnach klar vor Rentenportfolios. Der Kern des Arguments lautet also nicht, dass Schutzfonds klassische Aktienanlagen outperformen. Sie sollen vielmehr verhindern, dass Anleger aus Angst ganz auf Renditechancen verzichten.

Der Puffer schützt nach unten und begrenzt nach oben

Puffer-ETFs basieren auf Optionsstrategien. Vereinfacht gesagt verkauft der Fonds einen Teil des möglichen Aufwärtspotenzials, um damit einen Schutz gegen Verluste zu finanzieren. Bei einer Strategie mit 15 % Puffer auf den S&P 500 würde ein Jahresverlust des Index von 20 % für den Anleger rechnerisch nur noch ein Minus von 5 % bedeuten. Steigt der Markt dagegen um 20 %, kann der Fonds wegen der Obergrenze dennoch nur etwa 14 % gewinnen, wenn die aktuelle Renditeobergrenze dort liegt.

Innovator hat zahlreiche solcher Produkte aufgelegt, weil viele Strategien monatlich oder quartalsweise neu aufgelegt werden. Das erlaubt Anlegern einen Einstieg zu unterschiedlichen Zeitpunkten, ändert aber nichts am Grundprinzip: Mehr Schutz kostet Rendite. Weniger Begrenzung nach oben bedeutet umgekehrt meist, dass der Absicherungspuffer kleiner ausfällt.

Zwei Fonds zeigen, wie groß die Unterschiede sind

Besonders defensiv ist laut MarketWatch der Innovator Defined Wealth Shield ETF (BALT) (ISIN: US45783Y8553). Der Fonds soll pro Quartal Verluste bis 20 % abfedern und begrenzt die mögliche Rendite je Quartal auf etwa 2 % bis 3 %. 2022 zahlte sich das aus. Während der SPDR S&P 500 ETF Trust (SPY) US78462F1030898706 um 18,2 % fiel, legte BALT um 2,4 % zu. Im starken Börsenjahr 2023 zeigte sich jedoch die Kehrseite: SPY gewann 26,2 %, BALT nur 7,5 %.

Etwas offensiver ist der Innovator Equity Managed Floor ETF (SFLR) (ISIN: US45783Y6730). Er schützt nach Angaben von MarketWatch 90 % des Kapitals auf Quartalsbasis und will 70 % bis 80 % der Aufwärtsbewegung des S&P 500 mitnehmen. 2023 kam der Fonds auf 20,2 % Rendite und erreichte damit rund 77 % des Zuwachses von SPY. Das wirkt wie ein Mittelweg zwischen dem klassischen Aktienrisiko und dem sehr engen Korsett eines hoch abgesicherten Produkts.

Diese Fonds sind keine Wundermittel für Überrenditen. Sie kaufen Zeit, Nerven und Disziplin. Für sehr vorsichtige Anleger kann das sinnvoll sein, wenn der Puffer überhaupt erst dazu führt, investiert zu bleiben. Wer allerdings längere Hausse-Phasen voll mitnehmen will, zahlt für dieses Sicherheitsnetz einen spürbaren Preis.