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RekordhandelsdefizitUS-Handelsdefizit erreicht 2022 Rekordwert

Die USA verzeichneten 2022 ein Handelsdefizit von 948,1 Mrd. USD, das höchste in ihrer Geschichte. Während Exporte, insbesondere von Energie stark stiegen, übertrafen die Importe diesen Zuwachs.

von Verumo-Redaktion

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Titelbild: Aliaksandr Barysenka / 123RF

Wie das US Bureau of Economic Analysis (BEA) in dieser Woche mitteilte, stiegen die US Exporte im Jahr 2022 auf 3009,7 Mrd. USD. Dies entspricht einem Zuwachs um 453,1 Mrd. USD gegenüber dem Vorjahr. Die Importe stiegen um 556,1 Mrd. USD auf 3957,8 Mrd. USD. Das US Handelsdefizit bei Waren und Dienstleistungen stieg deshalb um 103 Mrd. USD auf 948,1 Mrd. USD.

US-Handelsbilanzdefizit steigt auf 3,7 % des BIP

Wie die Behörde weiter mitteilte, stieg vor allem das US Handelsdefizit im Bereich des Warenhandels. Hier wuchs die Lücke zwischen Exporten und Importen um 9,3 % bzw. 101,5 Mrd. USD auf 1191,8 Mrd. USD. Im Dienstleistungsbereich wurde weiterhin ein Überschuss generiert – dieser fiel allerdings um 0,6 % bzw. 1,6 Mrd. USD auf 243,7 Mrd. USD. Gemessenen am Bruttoinlandsprodukt (zu laufenden Preisen) stieg das US Handelsdefizit von 3,6 % auf 3,7 %.

Ein tieferer Blick auf die Zahlen lohnt sich. Im vergangenen Jahr waren die Preise für Öl und Gas aufgrund des Ukrainekrieges und der Russlandsanktionen zeitweise stark gestiegen. Dies machte sich auch in den US Exporten bemerkbar. So stiegen die Exporte von Rohöl um 47,5 Mrd. USD, die Ausfuhren anderer Erdölprodukte um 26,8 Mrd. USD und der Export von Heizöl um 28,1 Mrd. USD. 22,9 Mrd. USD umfasste der Exportzuwachs bei Erdgas. Die Energieexporte legten insgesamt also um mehr als 125 Mrd. USD zu. Ohne diesen Zuwachs wäre das US Handelsdefizit noch deutlich größer ausgefallen. Allerdings stiegen auch die Importe von Rohöl um 65,1 Mrd. USD.

US Handelsbilanzdefizit: Hohe Energiepreise und Tourismus verkleinern Lücke

In anderen Bereichen fielen die Zuwächse sehr viel geringer aus. So stiegen für die Exporte von Lebens- und Futtermitteln sowie Getränken um 15,3 Mrd. und die Ausfuhren von Sojabohnen um 7,0 Mrd. Die Exporte elektrischee Geräte legten um 6,2 Mrd. USD zu, für Triebwerke ziviler Flugzeuge wurden 7,2 Mrd. USD Zuwachs vermeldet. Um 51 Mrd. USD stieg die Ausfuhren von Investitionsgütern.

Im Bereich der Dienstleistungsexporte trugen insbesondere höhere Ausfuhren im Bereich Reiseverkehr (+63,8 Mrd. USD) dazu bei, dass US Handelsbilanzdefizit nicht noch größer werden zu lassen. Reisen Touristen aus anderen Weltgegenden in die USA, gilt es in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung als Export.

US Handelsdefizit mit China steigt auf 382,9 Mrd. USD

Die Daten zeigen auch, mit welchen Ländern die USA ein Handelsbilanzdefizit verzeichnen – und wo die immer noch größte Volkswirtschaft der Welt Überschüsse erzielt. Das Handelsdefizit mit China stieg um 29,4 Mrd. USD auf 382,9 Mrd. USD. Dabei legten die Exporte um lediglich 2,4 Mrd. USD auf 153,8 Mrd. USD zu, während die Importe um 31,8 Mrd. USD auf 536,8 Mrd. USD zulegten.

Ein Defizit ergab sich auch im Handel mit Kanada. Hier stieg der Importüberschuss der USA um 31,6 Mrd. auf 81,6 Mrd. USD. Die Exporte legten um 48,4 Mrd. auf 356,1 Mrd. USD zu, die Importe stiegen deutlich stärker um 79,9 Mrd. USD auf 437,7 Mrd. USD.

Im Handel mit Süd- und Mittelamerika erzielten die USA dagegen einen Überschuss. Dieser stieg um 22,4 Mrd. USD auf 76,2 Mrd. USD. Dabei legten die Exporte um 50,8 Mrd. USD auf 225,7 Mrd. USD zu, die Importe stiegen weniger stark um 28,4 Mrd. USD auf 149,5 Mrd. USD.

Handelsüberschüsse wurde auch mit den Niederlanden, Hongkong, Brasilien, Singapur, Australien und dem Vereinigten Königreich gemeldet. Defizite gab es im Handel mit der EU (203,9 Mrd. USD), Mexiko, Vietnam, Japan, Taiwan, Südkorea, Indien und weiteren Ländern. Im Verhältnis zu Russland belief sich das US Handelsbilanzdefizit auf 12,7 Mrd. USD.

Zum steigenden Handelsdefizit dürfte auch der starke US-Dollar beigetragen haben. Dieser macht US Güter für Käufer aus dem Rest der Welt teurer, Importe aus dem Rest der Welt für US Käufer dagegen günstiger.