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Ölrisiko verändert MärkteHöhere Ölpreise stärken Argumente für Energiewerte im Depot

Der Krieg mit Iran und die Unsicherheit rund um die Straße von Hormus treiben die Debatte über Öl und Inflation neu an. Für Anleger wächst damit der Druck, Energiewerte nicht länger nur als Randthema zu behandeln.

von Verumo-Redaktion

Lesezeit 4 min
Titelbild: Aleksei Zakirov / 123RF

Jahrelang war der Energiesektor eher eine unbeliebte Notwendigkeit als ein Favorit für Anleger. Aktuell ändert sich das: Der Krieg mit Iran, die Unsicherheit um die Straße von Hormus und die Aussicht auf länger hohe Ölpreise zwingen viele Investoren zum Strategiewechsel. Energieaktien, lange gemieden, werden damit wieder zu einem Schutz gegen einen neuen Inflationsschub.

Die Kernüberlegung hinter dieser Entwicklung ist schlüssig. Wenn ein wichtiger Handelsweg für den globalen Ölhandel gestört bleibt, steigen nicht nur die Preise für Rohöl. Auch das Risiko wächst, dass Inflation hartnäckiger wird als viele Märkte bislang erwartet haben. In solch einem Umfeld wirkt der Energiesektor wieder wie ein Gegenpol zu jenen Branchen, die vom langen Zeitalter niedriger Zinsen besonders profitiert haben.

Anleger prüfen ihre alte Untergewichtung

Trotz der jüngsten Rally im S&P 500 stellt Energie weiter nur einen kleinen Anteil, während Technologiewerte den Index dominieren. Das ist mehr als eine statistische Randnotiz. Es zeigt, wie stark viele Portfolios auf ein Umfeld gebaut waren, das von niedriger Inflation, billigen Importen und lockerer Geldpolitik geprägt war. Fällt dieses Umfeld weg, geraten alte Gewissheiten unter Druck.

Hinzu kommt ein psychologischer Faktor. Zahlreiche Anleger haben sich über die Jahre an schwache Renditen im Energiesektor gewöhnt. Der Schieferboom in den USA brachte zwar viel Produktion, allerdings oft zulasten von Kapitaldisziplin und Gewinnen. Heute ist die Lage eine andere. Nach Konsolidierung und Sparzwang treten größere und diszipliniertere Anbieter an die Stelle früherer spekulativer Wachstumswerte. Das macht den Sektor nicht risikolos, aber für den Markt wieder berechenbarer.

Europäische Gasprojekte gewinnen an Gewicht

In diesem neuen Umfeld rücken nicht nur die großen Ölmultis in den Blick. Auch kleinere Gasentwickler mit Nähe zum europäischen Markt werden interessanter, darunter Unternehmen wie CanCambria (ISIN: CA13740E1079, WKN: A3EKUB). Die Kanadier entwickeln mit dem Kiskunhalas-Projekt in Südungarn ein zu 100 % gehaltenes Tight-Gas- und Kondensatprojekt und verweisen dabei ausdrücklich auf Europas Versorgungsprobleme, hohe Importabhängigkeit und starke heimische Nachfrage in Ungarn.

Kiskunhalas ist angesichts der aktuellen geopolitischen Situation ein attraktives Projekt. Wenn Europa Versorgungssicherheit höher gewichtet und Gas als Brückenergieträger wieder stärker in die strategische Debatte rückt, gewinnen Projekte in politisch stabileren Märkten an Sichtbarkeit. Wie CanCambria berichtet, gab es in Ungarn jüngst operative Fortschritte rund um Kiskunhalas und weitere Konzessionsflächen. Das garantiert natürlich noch keine wirtschaftlichen Erfolg. Es zeigt aber, wie sich der Fokus von Anlegern verschiebt, sobald Energieknappheit nicht mehr als Ausnahme, sondern als strukturelles Risiko wahrgenommen wird.

Hohe Bewertungen machen den Einstieg schwieriger

Ganz ohne Haken ist das neue Szenario nicht. Die Kurse vieler Energiewerte sind bereits deutlich gestiegen. Wer erst jetzt umschichtet, kauft also nicht mehr in einen vernachlässigten Sektor hinein, sondern in einen Markt, der geopolitische Risiken bereits einpreist. Eine schrittweise statt hektische Anpassung wäre hier die rationalere Strategie.

Trotzdem bleibt der Kernpunkt bestehen. Je sichtbarer Energie als Inflationsschutz und Sicherheitsfaktor wird, desto riskanter kann eine starke Untergewichtung werden. Das gilt für große Produzenten ebenso wie für kleinere, projektorientierte Unternehmen, die an europäischen Gasressourcen arbeiten. Der Markt schaut wieder auf Substanz, auf Reserven, auf Lieferwege und auf die Frage, wer im Fall eines längeren Energieschocks überhaupt zusätzliche Mengen an den Markt bringen könnte.

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