
Milliardenportfolio: Die TOP 10 Aktien des Norwegischen Staatsfonds
Nvidia, Apple, Microsoft, Alphabet: Norwegen ist über seinen Staatsfonds an zahlreichen der wertvollsten Unternehmen der Welt beteiligt. Dahinter steht allerdings kein gewöhnliches Aktiendepot. Der Government Pension Fund Global (GPFG) zählt zu den größten Investmentfonds der Welt und ist an rund 7.100 Unternehmen beteiligt.
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Seine enorme Größe macht den häufig schlicht als "Norwegischer Staatsfonds" oder "Ölfonds" bezeichneten GPFG zu einem gewichtigen Akteur an den internationalen Kapitalmärkten. Gleichzeitig verfolgt er einen ungewöhnlich langfristigen Ansatz. Einnahmen aus Norwegens Öl- und Gasvorkommen sollen nicht allein der heutigen Bevölkerung zugutekommen, sondern dauerhaft Vermögen für kommende Generationen schaffen. Dafür investiert der Fonds das Kapital breit gestreut in Aktien und Anleihen sowie in Immobilien und Infrastruktur für erneuerbare Energien.
Besonders sichtbar wird die Struktur des Portfolios an den zehn größten Aktienpositionen des Norwegischen Staatsfonds. Ihre Zusammensetzung zeigt, in welchen Unternehmen besonders viele Milliarden investiert sind und wie stark globale Großkonzerne – allen voran aus dem Technologiesektor – inzwischen das Aktienportfolio prägen.
Für die Einordnung dieser Beteiligungen ist zunächst entscheidend, wie der Norwegische Staatsfonds entstanden ist, woher sein Kapital stammt und nach welchen Regeln es investiert wird.
Entstehung und Zweck des Norwegischen Staatsfonds
Der Government Pension Fund Global ist ein staatlicher norwegischer Investmentfonds. Seine Ursprünge liegen im Öl- und Gasreichtum des Landes. Nachdem Ende der 1960er-Jahre große Erdölvorkommen in der Nordsee entdeckt worden waren, stellte sich für Norwegen zunehmend die Frage, wie die daraus entstehenden Einnahmen langfristig genutzt werden konnten. Ein zentrales Ziel war von Anfang an, die norwegische Wirtschaft nicht zu stark von schwankenden Öl- und Gaseinnahmen abhängig zu machen und einen Teil des Rohstoffreichtums für die Zukunft zu bewahren.
1990 schuf das norwegische Parlament die gesetzliche Grundlage für den damaligen Government Petroleum Fund. Die erste Einzahlung erfolgte jedoch erst 1996: Knapp zwei Milliarden norwegische Kronen (NOK) flossen damals in den Fonds. Zwei Jahre später begann die Anlage eines erheblichen Teils des Vermögens in Aktien. Seit 2006 trägt der Fonds seinen heutigen Namen Government Pension Fund Global.
Trotz seines Namens ist der GPFG keine klassische Rentenkasse, sondern eine langfristige Finanzreserve des norwegischen Staates. Die ursprünglichen Zuflüsse aus der Öl- und Gasförderung machen inzwischen weniger als die Hälfte des Fondswerts aus, während der größere Teil des Vermögens durch die Erträge der Investments entstanden ist.
Verwaltung des Norwegischen Staatsfonds
Die grundlegenden Regeln für den Staatsfonds werden politisch bestimmt. Das norwegische Parlament, das Storting, gibt den gesetzlichen Rahmen vor, während das Finanzministerium die übergeordneten Vorgaben für die Verwaltung und das einzugehende Risiko festlegt. Für die konkrete Vermögensverwaltung ist die norwegische Zentralbank Norges Bank verantwortlich. Innerhalb der Zentralbank übernimmt Norges Bank Investment Management (NBIM) die operative Verwaltung des Fonds.
Die Fondsmanager agieren innerhalb eines vom Staat festgelegten Mandats. Welche Vorgaben für die Anlage des Vermögens gelten und welche Rolle dabei die Benchmark spielt, ergibt sich aus dem vom Finanzministerium vorgegebenen Rahmen.
Anlagestrategie des Norwegischen Staatsfonds
Das Vermögen des Norwegischen Staatsfonds ist möglichst breit gestreut. Den größten Anteil bilden Aktien, daneben investiert der Fonds vor allem in Anleihen. Hinzu kommen – in deutlich geringerem Umfang – nicht börsennotierte Immobilien sowie Infrastrukturprojekte im Bereich erneuerbare Energien.
Im Zentrum der Anlagestrategie steht eine vom norwegischen Finanzministerium festgelegte Benchmark, also ein Vergleichsindex. Sie dient als Vergleichsmaßstab für die Entwicklung des Fonds und gibt zugleich einen wesentlichen Teil seiner grundsätzlichen Ausrichtung vor. Die strategische Benchmark besteht zu 70 % aus Aktien und zu 30 % aus Anleihen. Diese Aufteilung gilt seit Mai 2019.
Die tatsächlichen Anteile im Portfolio können von dieser 70:30-Aufteilung abweichen. Steigen beispielsweise die Aktienmärkte besonders stark, erhöht sich allein durch die Kursentwicklung der Aktienanteil am Gesamtvermögen. Umgekehrt kann er nach einem deutlichen Rückgang der Börsen sinken. Für solche Abweichungen sieht das Regelwerk eine Neugewichtung (Rebalancing) vor, bei der die Gewichtung wieder an die strategischen Vorgaben angenähert wird.
Eine Benchmark für den weltweiten Aktienmarkt
Für die Aktienanlagen orientiert sich der Staatsfonds am FTSE Global All Cap Index, der große, mittlere und kleinere börsennotierte Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern umfasst. Ende 2025 enthielt die für den Fonds maßgebliche Aktienbenchmark 7.397 Unternehmen aus 44 Ländern. Der Staatsfonds ist damit wesentlich breiter aufgestellt als bekannte Indizes wie der DAX oder der S&P 500.
Für die Einordnung der größten Aktienpositionen ist vor allem die Gewichtung innerhalb dieser Benchmark entscheidend. Dabei spielt grundsätzlich die Marktkapitalisierung eine zentrale Rolle. Sie entspricht vereinfacht dem Börsenwert eines Unternehmens und ergibt sich aus dem Aktienkurs multipliziert mit der Zahl der ausgegebenen Aktien. Unternehmen mit einem sehr hohen Börsenwert erhalten dadurch ein größeres Gewicht als kleinere Konzerne. Bei der Benchmark des Staatsfonds kommen zusätzlich vom Finanzministerium festgelegte Gewichtungsfaktoren für einzelne Länder zum Einsatz.
Die Folge lässt sich später auch in der Liste der größten Beteiligungen erkennen. So gehören beispielsweise Unternehmen wie Nvidia, Apple, Microsoft oder Alphabet zu den wertvollsten börsennotierten Konzernen der Welt. Entsprechend erreichen sie auch innerhalb eines breit gestreuten globalen Aktienportfolios ein hohes Gewicht. Die Größe einer Position sagt deshalb für sich genommen kaum etwas darüber aus, wie stark die Fondsmanager eine einzelne Aktie gegenüber dem Gesamtmarkt bevorzugen.
Indexnah, aber nicht vollständig passiv
NBIM bildet die vorgegebene Benchmark nicht einfach eins zu eins nach. Die Investmentmanager dürfen innerhalb festgelegter Risikogrenzen davon abweichen und treffen eigene Anlageentscheidungen. Norges Bank Investment Management beschreibt seine Strategie selbst als benchmarknah, wobei sämtliche Investmentprozesse aktive Elemente enthalten. Ziel ist es, innerhalb des vorgegebenen Risikorahmens langfristig eine möglichst hohe Rendite nach Kosten zu erzielen.
Bei den Aktien verfolgt NBIM verschiedene Ansätze. Ein großer Teil des Portfolios dient dazu, die breite Marktexposition der Benchmark effizient abzubilden. Zugleich analysieren die Fondsmanager einzelne Unternehmen und können deren Gewichtung gegenüber dem Vergleichsindex verändern. Die enorme Größe des Staatsfonds spielt bei dieser Strategie eine besondere Rolle. Sie ermöglicht sehr breit gestreute Investments und niedrige Kosten. Zugleich stellt sie den Fonds bei Käufen und Verkäufen großer Positionen vor besondere Herausforderungen.
Vor diesem Hintergrund ist die folgende Top-10-Rangliste vor allem als Bestandsaufnahme zu einem bestimmten Stichtag zu verstehen.
Die zehn größten Aktien des Norwegischen Staatsfonds
Zum 30. Juni 2026 waren rund 16,36 Bio. NOK (etwa 1,45 Bio. EUR) des Staatsfonds in Aktien investiert. Das entsprach 72,1 % des gesamten Fondsvermögens. Die mit Abstand größten Einzelpositionen konzentrierten sich dabei auf einige der wertvollsten Konzerne der Welt.
Spitzenreiter ist weiterhin der US-Chiphersteller Nvidia. Dahinter folgen Apple und die Google-Mutter Alphabet, die Microsoft im ersten Halbjahr 2026 vom dritten Platz der Staatsfonds-Rangliste verdrängt hat. Auffällig ist zudem der Aufstieg mehrerer asiatischer und europäischer Halbleiterunternehmen. TSMC rückte auf Rang fünf vor, Samsung Electronics schaffte den Sprung von Platz 15 auf Platz acht, ASML stieg von Rang 13 auf Rang neun und SK hynix rückte neu in die Top 10 auf.
| Rang | Unternehmen | Land | Branche | Marktwert in USD* |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Nvidia | USA | Technologie | ca. 61,7 Mrd. |
| 2 | Apple | USA | Technologie | ca. 52,6 Mrd. |
| 3 | Alphabet | USA | Technologie | ca. 50,3 Mrd. |
| 4 | Microsoft | USA | Technologie | ca. 35,0 Mrd. |
| 5 | TSMC | Taiwan | Technologie | ca. 33,4 Mrd. |
| 6 | Amazon | USA | Zyklischer Konsum | ca. 31,7 Mrd. |
| 7 | Broadcom | USA | Technologie | ca. 23,4 Mrd. |
| 8 | Samsung Electronics | Südkorea | Telekommunikation (ICB) | ca. 22,5 Mrd. |
| 9 | ASML Holding | Niederlande | Technologie | ca. 17,6 Mrd. |
| 10 | SK hynix | Südkorea | Technologie | ca. 17,5 Mrd. |
| (*am 30. Juni 2026; Marktwerte gerundet) | ||||
Die größten Aktienpositionen im Detail
1. Nvidia – die größte Aktienposition des norwegischen Staatsfonds
Mit einem Beteiligungswert von rund 61,7 Mrd. USD war Nvidia ISIN US67066G1040 WKN 918422 zum 30. Juni 2026 die größte Aktienposition des Norwegischen Staatsfonds. Bereits Ende 2025 führte der US-Chiphersteller die Rangliste an. Damals belief sich der Wert der Nvidia-Aktien im Portfolio auf 573,9 Mrd. NOK. Im Jahresbericht 2025 nennt NBIM Nvidia zudem als den größten positiven Einzelbeitrag zur Aktienrendite des Fonds.
Nvidia entwickelt Grafik- und andere Hochleistungsprozessoren sowie die dazugehörige Software und Netzwerktechnik. Durch den Boom rund um Künstliche Intelligenz hat sich vor allem das Geschäft mit Rechenzentren zum Wachstumsmotor entwickelt. Die dort eingesetzten Grafikprozessoren werden unter anderem zum Trainieren und Betreiben großer KI-Modelle eingesetzt.
Die Größenordnung dieses Geschäfts ist in den vergangenen Jahren rasant gestiegen. Im Geschäftsjahr 2026 erzielte Nvidia einen Umsatz von 215,9 Mrd. USD, 65 % mehr als im Vorjahr. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027, das am 26. Juli 2026 endete, stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um 106 % auf 96,2 Mrd. USD. Allein das Rechenzentrumsgeschäft erreichte 89,0 Mrd. USD und wuchs damit um 117 %.
Die Spitzenposition von Nvidia ist damit auch im Zusammenhang mit der stark gestiegenen Marktkapitalisierung des Unternehmens zu verstehen.
2. Apple – seit Jahren unter den größten Beteiligungen
Auf Rang zwei folgt Apple ISIN US0378331005 WKN 865985 mit einem Beteiligungswert von rund 52,6 Mrd. USD. Der Technologiekonzern gehört bereits seit Jahren zu den größten Aktienpositionen des Staatsfonds. Ende 2024 stand Apple mit Aktien im Wert von 524,8 Mrd. NOK noch an der Spitze der Rangliste. Ende 2025 lag das Unternehmen hinter Nvidia auf Platz zwei. Der Beteiligungswert betrug zu diesem Zeitpunkt 496,5 Mrd. NOK.
Apples Geschäft beruht auf einem eng verzahnten Ökosystem aus Hardware, Software und Dienstleistungen. Zu den wichtigsten Produkten zählen iPhone, Mac, iPad, Apple Watch und AirPods. Hinzu kommt das wachsende Servicegeschäft mit Angeboten wie dem App Store, Apple Music, iCloud, Apple Pay und Apple TV.
Auch 2026 verzeichnete der Konzern deutliche Zuwächse. Im dritten Geschäftsquartal, das am 27. Juni und damit fast zeitgleich mit dem Stichtag der Staatsfonds-Bestände endete, erreichte Apple einen Umsatz von 109,4 Mrd. USD. Das waren 16 % mehr als im Vorjahreszeitraum und zugleich ein neuer Höchstwert für ein Juniquartal. Auch iPhone, Mac und das Servicegeschäft erreichten neue Umsatzrekorde für diesen Zeitraum.
3. Alphabet – vor Microsoft auf Rang drei
Die Google-Mutter Alphabet A ISIN US02079K3059 WKN A14Y6F war zum 30. Juni 2026 die drittgrößte Aktienposition des Norwegischen Staatsfonds. Der von NBIM ausgewiesene Beteiligungswert für Alphabet entsprach umgerechnet rund 50,3 Mrd. USD. Damit rückte der Konzern gegenüber Ende 2025 um einen Platz vor und überholte Microsoft in der Rangliste. Zum Jahresende 2025 hatte der Staatsfonds Alphabet-Aktien im Wert von 439,3 Mrd. NOK gehalten.
Das Geschäft von Alphabet geht inzwischen deutlich über die klassische Suchmaschine hinaus. Der Bereich Google Services umfasst unter anderem die Suche und das Werbegeschäft, YouTube, Android, Chrome, Google Maps, den Play Store, Geräte sowie verschiedene Abonnementdienste. Hinzu kommt Google Cloud mit Cloud-Infrastruktur, Unternehmenssoftware und einem wachsenden Angebot rund um Künstliche Intelligenz. Weitere Beteiligungen wie den Robotaxi-Anbieter Waymo bündelt Alphabet unter "Other Bets".
Im zweiten Quartal 2026 steigerte Alphabet seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 24 % auf 119,8 Mrd. USD. Besonders stark entwickelte sich Google Cloud: Der Umsatz der Sparte sprang um 82 % auf 24,8 Mrd. USD. Google Services blieb mit 94,5 Mrd. USD der mit Abstand größte Geschäftsbereich.
4. Microsoft – vom dritten auf den vierten Platz
Mit einem Beteiligungswert von rund 35,0 Mrd. USD belegte Microsoft ISIN US5949181045 WKN 870747 zum 30. Juni 2026 Rang vier unter den größten Aktienpositionen des Norwegischen Staatsfonds. Ende 2025 hatte der Softwarekonzern mit einem Aktienwert von 458,6 Mrd. NOK noch auf Platz drei vor Alphabet gelegen.
Microsoft hat sich längst von einem klassischen Softwareanbieter zu einem breit aufgestellten Technologiekonzern entwickelt. Neben Windows und der Office-Produktfamilie gehören unter anderem das Cloudgeschäft mit Azure, Microsoft 365, LinkedIn, die Xbox-Sparte und zahlreiche Anwendungen rund um Künstliche Intelligenz zum Konzern. Besonders stark wächst derzeit das Geschäft mit Cloud- und KI-Diensten.
In seinem am 30. Juni beendeten Geschäftsjahr 2026 steigerte Microsoft den Umsatz um 18 % auf 331,8 Mrd. USD. Der Nettogewinn erhöhte sich um 31 % auf 133,7 Mrd. USD. Im vierten Geschäftsquartal legten die Erlöse von Azure und anderen Cloudservices um 43 % zu. Der gesamte Microsoft-Cloud-Umsatz erreichte in diesem Quartal 59,3 Mrd. USD.
5. TSMC – der Aufstieg des weltgrößten Chip-Auftragsfertigers
Taiwan Semiconductor Manufacturing Company, kurz TSMC ISIN US8740391003 WKN 909800, rückte im ersten Halbjahr 2026 auf den fünften Platz der größten Aktienpositionen des Norwegischen Staatsfonds vor. Der Beteiligungswert lag zum 30. Juni bei rund 33,4 Mrd. USD. Die genannten Kennnummern beziehen sich auf das in Deutschland gehandelte TSMC-ADR.
TSMC gilt als weltweit führender reiner Chip-Auftragsfertiger. Anders als Hersteller, die eigene Prozessoren entwickeln und vermarkten, stellt TSMC Chips nach den Entwürfen seiner Kunden her. Zu den wichtigsten Stärken des Konzerns gehören besonders moderne Fertigungsverfahren, die für leistungsfähige Prozessoren und KI-Anwendungen benötigt werden.
Die hohe Nachfrage nach fortschrittlichen Halbleitern sorgte zuletzt für kräftiges Wachstum. Im zweiten Quartal 2026 erzielte TSMC einen Umsatz von 40,2 Mrd. USD. Das entsprach einem Plus von 33,7 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Nettogewinn stieg auf 706,6 Mrd. Taiwan-Dollar. Besonders gefragt waren die modernsten Fertigungsverfahren des Konzerns, auf die inzwischen mehr als drei Viertel des Wafer-Umsatzes entfallen.
6. Amazon – weit mehr als ein Onlinehändler
Amazon ISIN US0231351067 WKN 906866 war zum 30. Juni 2026 mit einem Beteiligungswert von rund 31,7 Mrd. USD die sechstgrößte Aktienposition des Norwegischen Staatsfonds. Ende 2025 hatte die Beteiligung noch einen Wert von 307,9 Mrd. NOK und belegte Rang fünf.
Der Konzern ist vor allem für seinen Onlinehandel bekannt, verfügt inzwischen jedoch über wesentlich breiter aufgestellte Geschäftsbereiche. Dazu gehören der Cloudanbieter Amazon Web Services (AWS), das Werbegeschäft, Prime Video und weitere digitale Dienste sowie Logistik- und Abonnementangebote. Gerade AWS hat sich zu einem der wichtigsten Ertragsbringer des Konzerns entwickelt.
Im zweiten Quartal 2026 steigerte Amazon seinen Gesamtumsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 20 % auf 200,6 Mrd. USD. Besonders dynamisch entwickelte sich AWS. Die Cloud-Sparte erhöhte ihren Umsatz um 37 % auf 42,2 Mrd. USD und erzielte ein operatives Ergebnis von 16,6 Mrd. USD. Der operative Gewinn des gesamten Konzerns lag bei 27,5 Mrd. USD.
7. Broadcom – starkes Wachstum mit KI-Chips
Broadcom ISIN US11135F1012 WKN A2JG9Z belegte zum 30. Juni 2026 mit einem Beteiligungswert von rund 23,4 Mrd. USD Rang sieben unter den größten Aktienpositionen des Norwegischen Staatsfonds. Diesen Platz hatte das Unternehmen bereits Ende 2025 eingenommen. Damals belief sich der Wert der Broadcom-Aktien im Portfolio auf 215,6 Mrd. NOK.
Broadcom entwickelt und vertreibt Halbleiter sowie Infrastruktursoftware. Zum Chipgeschäft gehören unter anderem Komponenten und maßgeschneiderte Prozessorlösungen für Rechenzentren und Netzwerke. Außerdem ist das Unternehmen im Softwaregeschäft aktiv, das durch die Übernahme des Virtualisierungssoftware-Spezialisten VMware erheblich an Bedeutung gewonnen hat.
Besonders kräftig wächst derzeit das Geschäft rund um Künstliche Intelligenz. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 steigerte Broadcom seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 86 % auf 29,6 Mrd. USD. Der Umsatz mit Halbleitern für KI-Anwendungen erreichte 16,7 Mrd. USD und lag damit 221 % über dem Vorjahreswert.
Der Norwegische Staatsfonds profitierte bereits 2025 deutlich von der Entwicklung der Broadcom-Aktie. NBIM zählte das Unternehmen neben Nvidia und Alphabet zu jenen drei Einzelinvestments, die den größten positiven Beitrag zur Aktienrendite des Fonds in diesem Jahr leisteten.
8. Samsung Electronics – vom 15. auf den achten Platz
Samsung Electronics ISIN US7960508882 WKN 896360 rückte im ersten Halbjahr 2026 besonders deutlich innerhalb der Rangliste auf. Mit einem Beteiligungswert von rund 22,5 Mrd. USD erreichte der südkoreanische Konzern zum 30. Juni Platz acht. Ende 2025 hatte Samsung mit einem Aktienwert von rund 94 Mrd. NOK noch auf Rang 15 gelegen. Die genannten ISIN und WKN beziehen sich auf das in Deutschland gehandelte GDR.
Samsung Electronics verfügt über ein außergewöhnlich breit aufgestelltes Geschäft. Der Konzern produziert unter anderem Speicherchips und andere Halbleiter, Smartphones der Galaxy-Reihe, Displays, Fernseher und Haushaltsgeräte. Auch das Geschäft mit Komponenten für Rechenzentren und KI-Anwendungen hat in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen.
Im zweiten Quartal 2026 erzielte Samsung Electronics einen konsolidierten Umsatz von 171,5 Bio. südkoreanischen Won (KRW), was zum Wechselkurs am Quartalsende rund 97 Mrd. EUR entsprach. Gegenüber dem ersten Quartal entsprach das einem Zuwachs von 28 %. Besonders stark entwickelte sich das Halbleitergeschäft. Samsungs Speichersparte erreichte bei Umsatz und operativem Gewinn neue Rekordwerte, wobei die Nachfrage aus dem KI- und Serverbereich eine wesentliche Rolle spielte.
Bereits im Jahresbericht 2025 hatte NBIM Samsung als wichtigen Renditetreiber hervorgehoben. Interessant ist dabei die Branchenzuordnung: Nach der Industry Classification Benchmark (ICB), einem international gebräuchlichen System zur Einteilung börsennotierter Unternehmen nach Branchen, gehört Samsung zum Bereich Telekommunikationsausrüstung, obwohl Halbleiter einen wesentlichen Teil des Geschäfts ausmachen.
9. ASML – Schlüsseltechnologie für die modernsten Chips
ASML Holding ISIN NL0010273215 WKN A1J4U4 belegte zum 30. Juni 2026 Rang neun unter den größten Aktienpositionen des Norwegischen Staatsfonds. Der Beteiligungswert entsprach umgerechnet rund 17,6 Mrd. USD. Ende 2025 hatte ASML mit einem Aktienwert von rund 96 Mrd. NOK noch Rang 13 besetzt.
Das niederländische Unternehmen entwickelt und produziert Lithografiesysteme für die Halbleiterindustrie. Mit diesen hochkomplexen Anlagen werden die winzigen Strukturen von Mikrochips auf Siliziumwafer übertragen. Eine besondere Rolle spielen die sogenannten EUV-Systeme, die extremes ultraviolettes Licht nutzen und für die Herstellung besonders fortschrittlicher Chips von großer Bedeutung sind.
Die starke Nachfrage aus der Halbleiterindustrie schlug sich zuletzt deutlich in den Geschäftszahlen nieder. Im zweiten Quartal 2026 erzielte ASML einen Umsatz von 9,3 Mrd. EUR und einen Nettogewinn von 2,9 Mrd. EUR. Wegen der anhaltend hohen Nachfrage, insbesondere im Zusammenhang mit Investitionen in KI-Infrastruktur, erwartet das Unternehmen für das Gesamtjahr inzwischen einen Umsatz zwischen 43 und 45 Mrd. EUR.
10. SK hynix – KI-Speicher bringen den Konzern in die Top 10
SK hynix ISIN US78392B2060 WKN A42D2T komplettiert die zehn größten Aktienpositionen des Norwegischen Staatsfonds. Zum 30. Juni 2026 lag der Beteiligungswert bei rund 17,5 Mrd. USD. Ende 2025 gehörte der südkoreanische Speicherchiphersteller noch nicht zu den zehn größten Positionen. Die genannten ISIN und WKN beziehen sich auf das in Deutschland gehandelte ADR.
SK hynix zählt zu den weltweit größten Herstellern von Speicherchips. Das Unternehmen produziert vor allem DRAM- und NAND-Speicher. Eine besonders wichtige Rolle spielt High Bandwidth Memory (HBM), ein besonders schneller Speicher, der unter anderem zusammen mit leistungsfähigen KI-Beschleunigern in Rechenzentren eingesetzt wird.
Die stark steigende Nachfrage nach KI-Speicher sorgte zuletzt für außergewöhnliches Wachstum. Im zweiten Quartal 2026 erzielte SK hynix nach vorläufigen Angaben einen Umsatz von 79,3 Bio. KRW, rund 45 Mrd. EUR. Das waren 257 % mehr als im Vorjahresquartal. Zugleich begann das Unternehmen mit der Serienauslieferung der neuen HBM4-Generation.
Was die Top 10 über das Aktienportfolio verraten
Die zehn größten Aktienpositionen machen einige grundlegende Merkmale des Portfolios sichtbar. Besonders auffällig sind die starke Präsenz US-amerikanischer Großkonzerne sowie die hohe Bedeutung der Halbleiterbranche. Beides hängt eng mit der Struktur der globalen Aktienmärkte zusammen.
US-Konzerne dominieren die Spitze
Sechs der zehn größten Aktienpositionen stammen aus den USA. Hinzu kommen TSMC aus Taiwan, Samsung Electronics und SK hynix aus Südkorea sowie die niederländische ASML.
Diese US-Dominanz beschränkt sich keineswegs auf die größten Einzelpositionen. Bereits Ende 2025 entfielen rund 54 % der Aktienbenchmark des Norwegischen Staatsfonds auf die USA. Nordamerika insgesamt kam auf gut 56 %. Die hohe Gewichtung spiegelt vor allem die enorme Bedeutung des US-Aktienmarktes und der dort gelisteten Großkonzerne wider.
Bei einer weitgehend nach Marktkapitalisierung gewichteten Benchmark erhalten Unternehmen mit besonders hohem Börsenwert automatisch ein großes Gewicht. Der hohe US-Anteil in den Top 10 ist daher keine Besonderheit des Norwegischen Staatsfonds, sondern ein Spiegel der gegenwärtigen Größenverhältnisse an den globalen Aktienmärkten.
Halbleiterunternehmen sind besonders stark vertreten
Besonders auffällig ist die starke Präsenz der Halbleiterindustrie. Mit Nvidia, TSMC, Broadcom, Samsung Electronics, ASML und SK hynix sind gleich sechs Unternehmen aus unterschiedlichen Teilen der Chip-Wertschöpfungskette unter den größten Beteiligungen vertreten. Vom Chipdesign über Fertigung und Speicher bis zu den benötigten Produktionsanlagen decken sie zentrale Bereiche des aktuellen KI- und Rechenzentrumsbooms ab.
Die formale Branchenzuordnung ist dabei nicht immer deckungsgleich mit dem tatsächlichen Geschäft. Samsung Electronics wird beispielsweise nach der verwendeten ICB-Klassifikation dem Telekommunikationssektor zugerechnet.
Milliardenpositionen trotz breiter Streuung
Die hohen Beteiligungswerte einzelner Unternehmen scheinen zunächst im Widerspruch zur breiten Diversifikation des Norwegischen Staatsfonds zu stehen. Tatsächlich ist der Fonds aktuell an rund 7.100 börsennotierten Unternehmen beteiligt.
Eine Beteiligung im Wert von mehreren Dutzend Milliarden USD bedeutet bei einem Fonds dieser Größenordnung daher noch keine Konzentration auf wenige Einzelwerte. Die Top-Positionen bilden lediglich die Spitze eines Portfolios, das sich über Tausende Unternehmen, zahlreiche Branchen und einen großen Teil der weltweiten Aktienmärkte erstreckt.
Die enorme Größe des Staatsfonds führt dabei zu einem ungewöhnlichen Effekt. Selbst vergleichsweise kleine prozentuale Beteiligungen an einzelnen Unternehmen können einen Wert von vielen Milliarden USD erreichen. Deshalb muss bei der Betrachtung der Top 10 zwischen dem absoluten Wert einer Position und dem tatsächlichen Anteil des Fonds am jeweiligen Unternehmen unterschieden werden.
Einfluss des Norwegischen Staatsfonds als Aktionär
Obwohl die einzelnen Beteiligungsquoten meist relativ klein sind, gehört der Norwegische Staatsfonds aufgrund seiner Größe zu den bedeutenden institutionellen Aktionären weltweit. Im Durchschnitt hält der Fonds rund 1,5 % der Aktien börsennotierter Unternehmen. Gleichzeitig ist sein Einfluss bewusst begrenzt. Bei einem einzelnen börsennotierten Unternehmen darf der GPFG grundsätzlich höchstens 10 % der Stimmrechte halten. Für börsennotierte Immobiliengesellschaften gelten Ausnahmen.
Der Staatsfonds ist damit als Finanzinvestor und nicht als strategischer Unternehmenseigentümer angelegt. Dennoch nutzt NBIM die mit den Aktien verbundenen Eigentümerrechte aktiv. Dazu zählen vor allem die Abstimmungen auf Hauptversammlungen und der direkte Dialog mit den Unternehmen.
Allein im ersten Halbjahr 2026 stimmte NBIM auf knapp 6.900 Hauptversammlungen über mehr als 75.000 Beschlussvorlagen ab. Mit seinen Abstimmungen will der Fonds nach eigenen Angaben langfristige Wertschöpfung fördern und die Interessen des Fondsvermögens schützen. Seit 2021 veröffentlicht NBIM seine geplanten Abstimmungsentscheidungen zudem bereits fünf Tage vor den jeweiligen Hauptversammlungen.
Hinzu kommt der direkte Austausch mit den Unternehmen. Im ersten Halbjahr 2026 führte NBIM gut 2.000 Gespräche mit Unternehmen. Dabei ging es unter anderem um Unternehmensführung, Kapitalmanagement, Klimarisiken und Personalthemen.
Eine Beteiligung von ein oder zwei Prozent reicht damit zwar in der Regel nicht aus, um ein Unternehmen zu kontrollieren. Durch seine weltweite Präsenz, seine Stimmrechte und den regelmäßigen Unternehmensdialog kann der Norwegische Staatsfonds seine Position als langfristiger Großaktionär dennoch nutzen, um seine Interessen gegenüber den Unternehmen zu vertreten.
Veränderungen bei den größten Aktienpositionen
Innerhalb von nur sechs Monaten hat sich die Rangfolge der größten Aktienpositionen an mehreren Stellen verschoben. Nvidia und Apple behaupteten ihre Spitzenplätze, während Alphabet an Microsoft und TSMC an Amazon vorbeizogen. Besonders deutlich rückten Samsung Electronics und ASML nach vorn, während SK hynix neu in die Top 10 aufstieg.
| Unternehmen | Rang Ende 2025 | Rang 30.06.2026 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Nvidia | 1 | 1 | – |
| Apple | 2 | 2 | – |
| Alphabet | 4 | 3 | +1 |
| Microsoft | 3 | 4 | -1 |
| TSMC | 6 | 5 | +1 |
| Amazon | 5 | 6 | -1 |
| Broadcom | 7 | 7 | – |
| Samsung Electronics | 15 | 8 | +7 |
| ASML | 13 | 9 | +4 |
| SK hynix | außerhalb Top 10 | 10 | neu |
| Meta Platforms | 8 | 11 | -3 |
| Tesla | 9 | 13 | -4 |
| Eli Lilly | 10 | 14 | -4 |
Die größten Veränderungen
Die größten Sprünge verzeichneten Samsung Electronics mit sieben Plätzen und ASML mit vier Plätzen. SK hynix rückte neu in die Top 10 auf, während TSMC und Alphabet jeweils einen Rang gewannen. Gleichzeitig fielen Meta Platforms, Tesla und der US-Pharmakonzern Eli Lilly aus den Top 10.
Solche Positionswechsel können ebenso aus Kurs- und Wechselkursbewegungen entstehen wie aus Käufen oder Verkäufen des Fonds. Die Tabelle zeigt daher vor allem, wie sich die Marktwerte der Beteiligungen zwischen zwei Stichtagen verschoben haben.
Branchenverteilung im Aktienportfolio
Die Dominanz großer Technologiekonzerne in den Top 10 des norwegischen Staatsfonds zeigt sich auch beim Blick auf das gesamte Aktienportfolio. Zum 30. Juni 2026 entfielen 32,2 % der Aktienanlagen auf den Technologiesektor. Damit war fast ein Drittel des Aktienvermögens in diesem Bereich investiert. Ende 2025 lag der Anteil noch bei 28,5 %.
Mit deutlichem Abstand folgten Finanzunternehmen mit einem Anteil von 15,8 %. Industrieunternehmen kamen auf 12,9 %, der zyklische Konsum auf 11,3 % und der Gesundheitssektor auf 8,4 %. Alle übrigen Branchen erreichten jeweils weniger als 4 % des Aktienportfolios.
| Branche | Portfolioanteil 30.06.2026 | Rendite 1. Halbjahr 2026 |
|---|---|---|
| Technologie | 32,2 % | 25,3 % |
| Finanzwerte | 15,8 % | 7,0 % |
| Industrie | 12,9 % | 12,3 % |
| Zyklischer Konsum | 11,3 % | minus 4,0 % |
| Gesundheit | 8,4 % | 3,4 % |
| Telekommunikation | 3,8 % | 42,9 % |
| Immobilien | 3,7 % | 7,6 % |
| Basiskonsum | 3,6 % | 5,0 % |
| Grundstoffe | 3,5 % | 10,5 % |
| Energie | 2,9 % | 17,1 % |
| Versorger | 2,4 % | 9,8 % |
| Die Anteile summieren sich aufgrund von Barmitteln und Derivaten nicht exakt auf 100 %. | ||
Technologie gewinnt weiter an Gewicht
Technologie erhöhte seinen Anteil innerhalb eines halben Jahres von 28,5 auf 32,2 % und erzielte zugleich eine Rendite von 25,3 %.
Noch höher fiel die Rendite der Telekommunikationswerte mit 42,9 % aus, deren Gewicht mit 3,8 % allerdings wesentlich geringer war. Samsung Electronics wird gemäß der verwendeten ICB-Klassifikation diesem Bereich zugerechnet.
Zyklischer Konsum mit negativer Rendite
Am schwächsten entwickelte sich im ersten Halbjahr der zyklische Konsum mit einer Rendite von -4,0 %. Gleichzeitig sank sein Anteil am Aktienportfolio von 13,2 % Ende 2025 auf 11,3 % zum Ende des ersten Halbjahres 2026.
Zu diesem Bereich zählt unter anderem Amazon. Der Sektor umfasst Unternehmen, deren Geschäft stärker von Konjunktur und Konsumbereitschaft abhängt, etwa Einzelhandelsunternehmen, Automobilhersteller oder Anbieter von Freizeit- und Konsumangeboten.
Rendite des Norwegischen Staatsfonds
Im ersten Halbjahr 2026 erzielte der GPFG eine Rendite von 9,4 %. Das entsprach einem Anlageergebnis von rund 1,75 Bio. NOK. Damit erreichte der Fonds das höchste Halbjahresergebnis seiner Geschichte.
Außergewöhnlich stark entwickelte sich das zweite Quartal. Nachdem der Fonds in den ersten drei Monaten des Jahres noch 1,9 % verloren hatte, erreichte er von April bis Juni eine Rendite von 11,5 %. Ausschlaggebend war vor allem die Erholung an den Aktienmärkten. Die Aktienanlagen hatten im ersten Quartal noch 2,6 % verloren und legten im zweiten Quartal um fast 16 % zu.
Über das gesamte erste Halbjahr lag die Rendite des Fonds rund 0,22 Prozentpunkte über seiner Benchmark. Das wirkt auf den ersten Blick wie eine geringe Differenz. Bei einem Fondsvermögen von mehr als 22 Bio. NOK können jedoch bereits wenige Zehntelprozentpunkte einen erheblichen Unterschied beim Anlageergebnis ausmachen.
Langfristige Rendite im Vergleich zur Benchmark
Für die Beurteilung der Anlagestrategie sind einzelne Jahre oder Halbjahre nur bedingt aussagekräftig. NBIM selbst legt bei der Bewertung der Ergebnisse großen Wert auf längere Zeiträume. Zum 30. Juni 2026 hatte der Staatsfonds seit 1998 eine durchschnittliche jährliche Rendite von 6,86 % erzielt.
| Zeitraum | Ø Rendite p. a. | Abweichung zur Benchmark |
|---|---|---|
| Seit 1998 | 6,86 % | +0,24 Prozentpunkte |
| 15 Jahre | 8,53 % | +0,17 Prozentpunkte |
| 10 Jahre | 9,39 % | +0,24 Prozentpunkte |
| 5 Jahre | 8,26 % | +0,18 Prozentpunkte |
| Letzte 12 Monate | 19,14 % | +0,01 Prozentpunkte |
| Stand der langfristigen Vergleichswerte: 30. Juni 2026. Die Renditen für Zeiträume von mehreren Jahren sind annualisiert. | ||
Über längere Zeiträume konnte der Fonds seine vorgegebene Benchmark damit leicht übertreffen. Seit 1998 lag die durchschnittliche jährliche Mehrrendite bei 0,24 Prozentpunkten. Über die vergangenen zehn Jahre waren es ebenfalls 0,24 Prozentpunkte pro Jahr, über fünf Jahre 0,18 Prozentpunkte.
Dass die Fondsmanager die Benchmark nicht in jedem Jahr schlagen, zeigt das Ergebnis von 2025. Mit einer Rendite von 15,11 % erzielte der Fonds zwar ein sehr starkes Anlagejahr, blieb jedoch 0,28 Prozentpunkte hinter dem Vergleichsindex zurück. Für die Bewertung der Strategie ist weniger das Ergebnis eines einzelnen Jahres entscheidend als die Entwicklung über längere Zeiträume.
Nach Inflation und Kosten bleiben 4,51 % Rendite
Die bisher genannten Renditen berücksichtigen noch nicht den Kaufkraftverlust durch die Inflation und die Kosten für die Verwaltung des Fonds. NBIM weist deshalb zusätzlich eine sogenannte Netto-Realrendite aus. Sie zeigt, welche Rendite nach Berücksichtigung von Inflation und Verwaltungskosten verbleibt.
Seit Anfang 1998 erzielte der Staatsfonds bis Ende Juni 2026 eine durchschnittliche jährliche Rendite von 6,86 %. Die jährliche Inflation lag im selben Zeitraum bei durchschnittlich 2,18 %, die Verwaltungskosten bei 0,07 %. Daraus ergibt sich eine Netto-Realrendite von durchschnittlich 4,51 % pro Jahr.
Gleichzeitig zeigt die langfristige Entwicklung, welchen Anteil die Kapitalanlage inzwischen am Wachstum des Staatsfonds hat. Bis Ende des ersten Halbjahres 2026 summierten sich die Nettozuflüsse des norwegischen Staates auf rund 5,51 Bio. NOK. Die seit 1998 erwirtschaftete kumulierte Anlagerendite lag bereits bei rund 15,21 Bio. NOK. Ein großer Teil des heutigen Fondsvermögens stammt damit nicht mehr unmittelbar aus den ursprünglichen Öl- und Gaseinnahmen, sondern aus den Erträgen der Investments.
Die Top 10 bleiben damit eine Momentaufnahme eines weltweit diversifizierten Portfolios, dessen Zusammensetzung sich mit den globalen Kapitalmärkten fortlaufend verändert.
FAQ zu den Aktien des Norwegischen Staatsfonds
Kann man in den Norwegischen Staatsfonds investieren?
Nein. Der Government Pension Fund Global ist ein staatlicher Fonds, der im Auftrag des norwegischen Staates verwaltet wird. Privatanleger können keine Fondsanteile erwerben oder eigenes Kapital direkt in den GPFG einzahlen. Eine ähnlich breite Streuung über die internationalen Aktienmärkte lässt sich daher nur mit anderen Anlageprodukten anstreben.
Kann man die Aktien des Norwegischen Staatsfonds nachbilden?
Die Beteiligungen des Norwegischen Staatsfonds werden regelmäßig veröffentlicht und sind damit grundsätzlich nachvollziehbar. Eine exakte Nachbildung wäre dennoch schwierig, denn allein das Aktienportfolio umfasst rund 7.100 Unternehmen und verändert sich laufend. Wer lediglich die zehn größten Aktien des Norwegischen Staatsfonds kauft, bildet deshalb nur einen kleinen Ausschnitt des gesamten Portfolios und nicht die eigentliche Anlagestrategie nach.
Nach welchen ethischen Regeln investiert der Norwegische Staatsfonds?
Für den Norwegischen Staatsfonds gelten Vorgaben für verantwortungsbewusstes Investieren, die unter anderem schwerwiegende Verstöße gegen grundlegende ethische Normen berücksichtigen. Der Ethikrat überwacht dazu die Investments und kann Unternehmen identifizieren, bei denen weiterer Handlungsbedarf besteht. Seit November 2025 gelten vorübergehende ethische Richtlinien, während Norwegen den bisherigen Rahmen grundlegend überprüft. Der eingesetzte Ausschuss soll seinen Bericht bis zum 15. Oktober 2026 vorlegen.
Investiert der Norwegische Staatsfonds auch in deutsche Aktien?
Ja. Obwohl US-Unternehmen das Aktienportfolio dominieren, investiert der Norwegische Staatsfonds auch in zahlreiche deutsche Unternehmen. Ende 2025 entfielen rund 3,1 % seiner Aktienanlagen auf Deutschland. Welche deutschen Aktien der Norwegische Staatsfonds im Einzelnen hält, lässt sich über die von NBIM veröffentlichten Beteiligungsdaten nachvollziehen.