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Investor WocheUS-Arbeitsmarkt kühlt ab, Euro-Inflation sinkt, Tesla verkauft 25 % mehr, Renk kauft David Brown, KNDS cancelt IPO, OpenAI will US-Regierung 5 % Anteil schenken, Argentina Metals übernimmt Kupferprojekte

Der US-Arbeitsmarkt kühlt sich überraschend ab und in der Eurozone sinkt die Inflation, was den Zinsdruck mindert. Renk kauft David Brown Deefencee, SAP will sparen, KNDS verschiebt das IPO, Tesla verkauft deutlich mehr Autos, Analysten sehen bei Palantir eine Kaufgelegenheit und Argentina Metals übernimmt fast 10.000 Hektar große Kupferprojekte.

von Verumo-Redaktion

Lesezeit 8 min
Titelbild: picture alliance / Newscom / Rafael Ben-Ari / Chameleons Eye

Marktentwicklung

Der DAX markierte in dieser Woche ein Allzeithoch und durchbrach die Marke von 25.800 Punkten. Der S&P 500 konnte in einer feiertagsbedingt verkürzten US-Handelswoche um 1 % zulegen, der NASDAQ-100 notierte nahezu unverändert. Gold und Silber entfernen sich deutlich von ihren Tiefständen.

Top-Meldungen

US-Arbeitsmarkt kühlt sich ab

Der US-Arbeitsmarkt hat sich abgekühlt: Im Juni wurden 57.000 Stellen geschaffen und damit deutlich weniger als die durch Ökonomen erwarteten 110.000 Stellen. Im Mai waren nach revidierten Daten nur 129.000 Arbeitsplätze statt wie zuvor gemeldet 172.000 hinzugekommen. Die ermittelte Arbeitslosenquote sank im Juni allerdings auf 4,2 Prozent, nach 4,3 Prozent im Mai. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gingen in der vergangenen Woche um 1000 auf 215.000 zurück und bleiben damit auf historisch niedrigem Niveau. Analysten hatten im Schnitt mit 218.000 Anträgen gerechnet.

Eurozonen-Inflation fällt auf 2,8 %

Die Inflation im Euro-Raum ging erstmals seit Januar zurück und sank im Juni auf 2,8 Prozent, nach 3,2 Prozent im Mai. Zu diesem Rückgang trugen die sinkenden Energiepreise (1,7 % günstiger im Juni als im Mai) und die nachlassenden Spannungen im Nahen Osten bei. Ökonomen hatten im Durchschnitt mit einem Anstieg der Verbraucherpreise um 3,0 Prozent gerechnet. "Die Inflation in der Eurozone sinkt – und zwar deutlich", sagte Stephanie Schoenwald, Ökonomin bei der KfW Research. "Sofern die Lage im Nahen Osten stabil bleibt, haben wir den Höhepunkt des energiebedingten Preisanstiegs nun hinter uns."

Renk übernimmt David Brown Defence

Der Rüstungszulieferer Renk (ISIN: DE000RENK730, WKN: RENK73) übernimmt den britischen Getriebehersteller David Brown Defence. Dies bestätigte Renk am Freitagmorgen vor Börseneröffnung, nachdem zuvor bereits Medien über den Deal berichtet hatten. Als Kaufpreis werden 200-250 Mio. USD genannt. David Brown Defence entwickelt maßgeschneiderte Getriebesysteme für Land- und Wasserfahrzeuge.

SAP will sparen

Der Softwarekonzern SAP (ISIN: DE0007164600, WKN: 716460) will Ausgaben für Neueinstellungen und Reisen reduzieren, um Mittel für den Ausbau seiner KI-Technologien freizumachen. Dies bestätigte ein Sprecher am Donnerstag.

KNDS sagt IPO ab

Der Panzerbauer hat den für die kommende Woche geplanten Börsengang auf unbestimmte Zeit verschoben. Nach den jüngsten Kursverlusten bei Rüstungsaktien halten die Eigentümer das Marktumfeld offenbar für zu schwach. Die derzeitigen Eigentümerfamilien hätten das Unternehmen informiert, ihre Marktanteile erst veräußern zu wollen, wenn sich das Marktumfeld für Rüstungsaktien in Europa verbessert habe, teilte KNDS mit.

Argentina Metals schließt Übernahme der Kupferprojekte El Salado und La Quimera ab

Argentina Metals (ISIN: CA04022C1095, WKN: A42CJA) hat die Übernahme der Kupferprojekte El Salado und La Quimera abgeschlossen. Die Übernahme der 9.980 Hektar großen Liegenschaften im argentinischen Mendoza wurde durch die Dirección de Minería de la Provincia de Mendoza genehmigt. CEO Raymond D. Harari kommentierte: "Mit dieser Genehmigung ist der Akquisitionsprozess abgeschlossen und unsere hundertprozentige Beteiligung an diesen vielversprechenden Kupferexplorationsprojekten gesichert."

Tesla verkauft 25 % mehr Autos - Aktie trotzdem unter Druck

Tesla (ISIN: US88160R1014, WKN: A1CX3T) legte in dieser Woche auf den ersten Blick gute Zahlen vor. Tesla verkaufte im zweiten Quartal weltweit 480.126 Elektrofahrzeuge, ein Anstieg von 24,9 % gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das Energiegeschäft des Unternehmens wuchs im zweiten Quartal um 40,6 Prozent, gemessen an der von Tesla eingesetzten Batterieenergie. Die Aktie fiel trotzdem deutlich. Analysten sagen, dass KI, FSD, Robotaxi und neue Fahrzeuge für die langfristige Bewertung wichtiger sind und dass die Fortschritte hier offenbar enttäuscht haben.

OpenAI will US-Regierung 5 % Anteil übertragen

OpenAI erörtert laut einem Bericht der FT, der US-Regierung eine 5-prozentige Beteiligung zu gewähren. Hintergrund sind die kritischen Blicke auf KI-Firmen in Washington wegen des wahrscheinlichen Missbrauchs fortschrittlicher Modelle und der Frage, ob die Amerikaner von den enormen Bewertungen der Branche profitieren würden.

Unter der Lupe

Palantir: Nach Korrektur ein Schnäppchen?

Die Aktie von Palantir (ISIN: US69608A1088, WKN: A2QA4J) hat seit ihrem Allzeithoch im vierten Quartal bei 204 USD deutlich auf nur noch 130 USD nachgegeben. Mehrere Analysten haben den Titel nun positiv kommentiert.

"Wir sehen in diesem Kursrückgang eine Chance. Wir halten Palantir für ein großartiges Unternehmen; das anhaltende dreistellige Wachstum und die erstklassige Kundenbindung sind beeindruckend", sagt Morningstar-Analyst Mark Giarelli.

Zwar könnten Versuche von KI-Laboren, Palantirs Implementierungsstrategie zu kopieren, zu verstärktem Wettbewerb führen. Dieses Risiko sei jedoch in den ermittelten fairen Wert von 153 USD eingepreist.

"Palantir differenziert sich als einziges KI-Unternehmen mit einem Framework, das heterogene Datensätze organisiert und optimierte Entscheidungsfindung ermöglicht. Es schafft ein umfassendes, geschlossenes System, in dem Daten aus verschiedenen Quellen und von verschiedenen Nutzern fließen", ergänzt Giarelli.

Auch JR Research sieht die Palantir-Aktie positiv und spricht eine Strong-Buy-Empfehlung aus. Robustes Umsatzwachstum, branchenführende Free-Cashflow-Margen und hohe Netto-Kundenbindungsraten seien starke Argumente. JR Research indes sieht "keine klaren Anzeichen" dafür, dass KI-Frontier-Labore oder große Technologieunternehmen diesen Wettbewerbsvorteil nachahmen könnten. Das gegenwärtige Kursniveau biete eine "überzeugende langfristige Einstiegschance".

Die durch das Wall Street Journal befragten Analysten rechnen mit deutlich steigenden Gewinnen pro Aktie: von 0,63 USD im vergangenen Jahr auf 3,06 USD im Jahr 2028. 18 Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf (bei 2x Overweight, 11x Hold und 2x Sell).

Grafik der Woche

LLMs haben eine politische Schlagseite – und zwar nach links

Wie neutral sind eigentlich Chatbots in politischer Hinsicht? Die Washington Post testete die KI-Modelle von OpenAIs ChatGPT, Googles Gemini und anderen anhand politischer Fragen, die von Forschern entwickelt wurden, um zu messen, wie Chatbots auf brisante politische Themen reagieren. Das Ergebnis, das vorangegangene Studien im Wesentlichen bestätigt: Die meisten Chatbots vertraten typischerweise eher linke Positionen.

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Bildquelle: Washington Post / Verumo / https://www.washingtonpost.com/technology/interactive/2026/06/24/are-ai-chatbots-like-chatgpt-politically-biased-we-tested-them/

Das Modell von ChatGPT beantwortete der Untersuchung zufolge fast alle Fragen ausschließlich mit linksorientierten Argumenten und präsentierte rechtsorientierte Positionen nur ein einziges Mal. Googles Gemini verfolgte hingegen meist einen ausgewogenen Ansatz und bot in über 90 Prozent seiner Antworten sowohl linke als auch rechte Positionen an. Bemerkenswert: Selbst KI-Modelle, die als konservativ vermarktet werden, darunter Elon Musks Grok von seinem Unternehmen SpaceX, führten im Durchschnitt häufiger linke Argumente an.

Fun Fact

Trump Tower könnte bald am Obama Way liegen

Nicht nur in New York, sondern auch in Chicago gibt es einen Trump Tower. Das offiziell 2009 fertiggestellte Gebäude beherbergt unter anderem ein Hotel mit 339 Zimmern. Der Tower befindet sich in der North Wabash Avenue - jedenfalls bis jetzt. Stadtrat Brendan Reilly (42. Bezirk) brachte kürzlich eine Verordnung ein, um die Wabash Avenue zwischen der Kinzie Street und dem Wacker Drive in "Barack Hussein Obama Way" umzubenennen. Dieser Abschnitt umfasst auch den Teil der Wabash Avenue, in dem sich der Trump Tower befindet. Für dieses Vorhaben setzt sich auch eine Petition ein.

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