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Investor WocheMeta gibt neue Aktien aus, SpaceX steigert Umsatz um 161 %, OpenAI strebt 1,25 Bill. Bewertung an, Kirkland Lake Discoveries findet hochgradiges Gold, BASF bessert Evonik-Offerte nach

Tesla verkauft weniger Autos – doch SpaceX Merger, Optimus und Robotaxi dominieren die Schlagzeilen. Lode Gold schließt sechs Bohrungen bei Fremont ab. Die Moderna-Aktie gerät nach geleakten Daten zu einem Impfstoff unter Druck. Integrated Quantum startet eine Partnerschaft mit ARMI. Ein früher Anthropic-Prospektentwurf zeigt rasantes Wachstum und hohe Verluste. Frankreichs Bondmarkt kriselt, für Bitcoin gibt es ein Bullen-Szenario.

von Verumo-Redaktion

Lesezeit 13 min
Titelbild: Farhat Altaf / Unsplash, mit KI bearbeitet

Marktentwicklung

Das missglückte Börsendebüt von Elice Group in Korea, der hohe Kapitalbedarf von Meta, die roten Zahlen von Anthropic, das gesenkte Bewertungsziel von OpenAI: Der KI-Trade geriet diese Woche unter Druck. In Richtung Wochenende stellte sich ein typisches Risk-Off-Muster mit sinkenden US-Bondrenditen und fallenden Edelmetallen ein. Der NASDAQ-100 gab auf Wochensicht um rund 2 % nach, der S&P 500 um mehr als 1 % und der DAX um 1,6 %. Der EUR/USD bleibt bei 1,12, bei Gold wackelt die Marke von 4.000 USD. Öl ist so teuer wie seit Mai nicht mehr.

Top-Meldungen

Tesla verkauft 2 % weniger Autos – Optimus, Robotaxis und SpaceX-Merger im Fokus

Tesla ISIN US88160R1014 WKN A1CX3T meldete für das dritte Quartal einen mit 28,05 Mrd. USD nahezu unveränderten Umsatz. Der Nettogewinn lag bei 787 Mio. USD. Mit 486.532 Fahrzeugen wurden rund 2 % weniger Autos ausgeliefert als im Vorjahr. Wichtig: Elon Musk kündigte an, der humanoide Roboter Optimus könne bis Ende 2027 an externe Unternehmen ausgeliefert werden. Tesla arbeitet zudem an der Auslieferung des zweisitzigen Cybercaps bis zum Ende dieses Jahres. Ein zentrales Thema an den Märkten war eine mögliche Fusion von Tesla mit SpaceX.

SpaceX steigert Umsatz um 161 % und verdient 4,4 Mrd. USD

SpaceX (US84615Q1031, WKN: A42D4F) steigerte den Umsatz im dritten Quartal um 161 % auf 14,6 Mrd. USD, was über den Erwartungen der Analysten lag. Ein wesentlicher Treiber waren Investitionen in KI. SpaceX will zu einem führenden Unternehmen mit hochentwickelter Rechenleistung werden. Im Berichtszeitraum wurde ein Gewinn von 4,4 Mrd. USD erzielt. Die Investitionsaufgaben erreichten 19 Mrd. USD, nach 6,9 Mrd. USD im Vorjahreszeitraum.

Lode Gold schließt sechs Bohrlöcher bei Fremont-Goldmine ab

Lode Gold Resources ISIN CA54019J1049 WKN A415CV hat die ersten sechs Bohrungen des auf 4.200 Meter und 20 Löcher erweiterten Bohrprogramms in der Goldmine Fremont im kalifornischen Mariposa County abgeschlossen. Die Bohrkerne wurden bereits zur Analyse eingeschickt. Die Ergebnisse stehen noch aus. Damit ist die Hälfte des geplanten metallurgischen Bauprogramms des Unternehmens abgeschlossen.

BASF bessert Angebot für Evonik nach – Evonik prüft Übernahme in den USA

BASF ISIN DE000BASF111 WKN BASF11 hat das bestehende Angebot für den Konkurrenten Evonik ISIN DE000EVNK013 WKN EVNK01 auf 11,2 Mrd. EUR erhöht. Dies berichteten Medien am Freitag. Demnach werden 24 EUR je Evonik-Aktie geboten, nach 22,15 EUR pro Aktie zuvor. Evonik selbst indes prüft Berichten zufolge Übernahmen außerhalb Europas. Im Fokus steht offenbar der US-Spezialchemiekonzern Ashland ISIN US0441861046 WKN A2AR23. Die Prüfung einer Übernahme begann den Berichten zufolge bereits vor dem Übernahmeangebot der BASF.

Moderna-Aktie nach Leak zu Melanom-Impfstoff unter Druck

Die Daten sollten eigentlich erst am Samstag auf einer Konferenz veröffentlicht werden: Details zu einer streng geheimen Studie von Moderna ISIN US60770K1079 WKN A2N9D9 zu einem mRNA-basierten Krebsimpfstoff sickerten in den sozialen Medien durch. Die Daten schürten die Sorge, dass die Behandlung weniger wirksam sein könnte als erhofft. Die Folge: Der Aktienkurs gab um fast 18 % nach. Damit wurde allerdings nur ein kleiner Teil der seit August im Nachgang der ersten Informationen zum Impfstoff angelaufenen Kursgewinne neutralisiert. Schlussendlich scheinen die Daten im Wesentlichen noch hinreichend zu überzeugen.

Integrated Quantum Technologies startet Partnerschaft mit ARMI

Integrated Quantum Technologies ISIN CA45836R1055 WKN A423XJ startet eine nicht-exklusive Reseller- und Empfehlungspartnerschaft mit ARMI Solutions LLC ("ARMI"), einem in Florida ansässigen Technologieberatungsunternehmen mit Schwerpunkt auf digitaler Transformation, Unternehmensmodernisierung und künstlicher Intelligenz. ARMI sei "bestens aufgestellt, um IQT bei der Einführung seiner proprietären VEIL™-Technologie bei US-Regierungsbehörden, Regierungsauftragnehmern und Technologieanbietern im öffentlichen Sektor zu unterstützen", heißt es in der Mitteilung.

Meta kündigt Kapitalerhöhung an

Meta ISIN US30303M1027 WKN A1JWVX steigerte den Umsatz im dritten Quartal um 26 % auf 64,6 Mrd. USD. Der Nettogewinn lag mit 9,8 Mrd. USD deutlich unter den erwarteten 17,2 Mrd. USD, was auch auf 9,9 Mrd. USD schwere Kosten im Zusammenhang mit der Beilegung von Schadenersatzklagen zurückzuführen war.

Die zukünftigen Ausgabenverpflichtungen sind von knapp 700 Mrd. USD im Juli auf rund 825 Mrd. USD angestiegen. Das Entscheidende: Meta kündigte Pläne zur Schaffung einer neuen Klasse stimmrechtsloser Aktien an, um Kapital für die Entwicklung und den Betrieb von KI-Modellen zu beschaffen. Der Kurs ging daraufhin auf Talfahrt.

Anthropic: Rasantes Wachstum, hohe Verluste

Das Wall Street Journal berichtet über einen neuen Entwurf eines Börsenprospekts von Anthropic. Das Unternehmen erwirtschaftete in den sechs Monaten bis zum 30. Juni einen Umsatz von rund 16,3 Mrd. USD, gegenüber 1,1 Mrd. USD im Vorjahreszeitraum. Im ersten Halbjahr wurde zudem ein Nettoverlust von mehr als 80 Mrd. USD verzeichnet, wovon 72 Mrd. USD auf eine buchhalterische Anpassung im Zusammenhang mit Finanzierungsvereinbarungen zurückgehen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres belief sich der Verlust auf 13 Mrd. USD. Anthropic muss in den nächsten sieben bis zehn Jahren rund 450 Mrd. USD für größtenteils unkündbare Cloud-Computing-Verträge zahlen.

OpenAI senkt Bewertungsziel auf 1,25 Bill. USD

OpenAI verhandelt mit Investoren über frisches Kapital. Wie Bloomberg berichtet, strebt der ChatGPT-Entwickler in der Schlussphase der Verhandlungen eine Bewertung von 1,25 Bill. USD an. Im Zuge der Runde sollen 30 Mrd. USD eingesammelt werden. Zuvor lag die diskutierte Bewertung bei 1,4 Bill. USD. Im März hatte OpenAI in einer Runde 122 Mrd. USD eingeholt. Die Bewertung lag damals einschließlich des neuen Kapitals bei 852 Mrd. USD.

Kirkland Lake Discoveries findet hochgradiges Gold bei Mirado

Kirkland Lake Discoveries ISIN CA49740R1029 WKN A3EF9G hat beim Projekt KL South 18 km südlich von Kirkland Lake in Ontario bei Bohrungen hochgradiges Gold entdeckt. Die Ergebnisse umfassen 73,86 Gramm Gold pro Tonne über 1,00 m und 36,43 Gramm über 1,45 m in Mirado West sowie weitere mineralisierte Abschnitte in den Zonen Mirado North und South. Dies untermauert die Interpretation einer sich ausdehnenden goldhaltigen Zone in Mirado, die über die bisher bekannten mineralisierten Bereiche hinausgeht. Das auf 25.000 Meter ausgelegte Bohrprogramm läuft weiter.

Unter der Lupe

Chefin von WisdomTree Digital Asset skizziert Bullen-Szenario für Bitcoin

WisdomTrees Director of Digital Assets Research, Dovile Silenskyte, hat in einem Interview mit Morningstar vier Faktoren genannt, die über ein Bullen- bzw. Bären-Szenario für Bitcoin im kommenden Jahr entscheiden. Dies seien die makroökonomischen Rahmenbedingungen, die Investmentnachfrage, der Verkaufsdruck seitens der Bitcoin-Miner und Langzeitinhaber und die Verschuldung.

"Das Bullen-Szenario setzt günstigere finanzielle Rahmenbedingungen und anhaltende Käufe voraus, die das Verkaufsvolumen ohne übermäßige Hebelwirkung auffangen", so Silenskyte.

Derzeit befinde sich Bitcoin "eindeutig in einem Bärenmarkt" – der möglicherweise noch nicht vorüber sei. "Das als Korrektur in der Mitte des Zyklus zu bezeichnen, birgt die Gefahr, das Ausmaß der Volatilität zu unterschätzen."

Sie sieht jedoch das langfristige Anlagepotenzial nicht in Frage gestellt und betont die zunehmende Beteiligung institutioneller Investoren. Diese Beteiligung könne zwar den Verlauf des Zyklus ändern, ändere jedoch nichts an der Volatilität. "Die Liquiditätslage, die inflationsbereinigten Zinssätze und die Risikobereitschaft der Anleger spielen nach wie vor eine wichtige Rolle. Ein begrenztes Angebot kann keine Verkäufe durch Anleger verhindern, die Liquidität beschaffen."

Silenskyte betont, die dauerhafte Aufnahme von Bitcoin in ein diversifiziertes Portfolio aus Aktien und Anleihen verdiene "ernsthafte Überlegungen". Eine Nullallokation stelle eine aktive Untergewichtung und keine neutrale Position dar.

"Untersuchungen von WisdomTree zeigen, dass die Aufnahme einer Bitcoin-Gewichtung von 1 % in ein traditionelles 60/40-Portfolio dessen risikoadjustierte Renditen verbessert."

Worauf läuft die Entwicklung hinaus? Höchstwahrscheinlich auf den Lender of Last Resort, also die EZB. Jörg Krämer, Chefökonom der Commerzbank, skizzierte Anfang Oktober vier Schritte der Notenbank.

Die EZB wird demnach zuerst einen weniger restriktiven Ton anschlagen und argumentieren, dass steigende Bondrenditen ausreichend restriktiv wirken. Der nächste Schritt bestünde Krämer zufolge in einer Verbalintervention mit der erklärten Bereitschaft zum Einsatz von Instrumenten wie dem Transmission Protection Instrument (TPI).

Im dritten Schritt könnte die EZB die Reduzierung ihrer Anleihebestände aussetzen und die Reinvestitionen im Rahmen ihres Pandemie-Notfallkaufprogramms PEPP wieder aufnehmen. Im vierten Schritt könnte die Zentralbank TPI dann tatsächlich einsetzen.

Grafik der Woche

Frankreichs Bond-Krise kann schnell eskalieren

Die Renditen französischer Staatsanleihen sind in den letzten Monaten stärker gestiegen als die Renditen in anderen Ländern. Längst hat die französische Rendite nicht nur Italien hinter sich gelassen. Mittlerweile liegen die Renditen noch höher als in den USA, das nächste "Ziel" sind die britischen Renditen. Renditen über 5 % wurden zuletzt 2002 erreicht. Der Spread gegenüber deutschen Bundesanleihen beträgt mittlerweile mehr als 1,5 Prozentpunkte.

Die Bilder von Krawallen im Land mögen der jüngste Auslöser einiger Verkäufe sein. Doch das Problem greift weitaus tiefer und geht weitaus länger zurück. Niedriges Wachstum, eine Staatsquote von knapp 60 %, politische Gräben und ein ausuferndes Defizit: Das ist die Mixtur, die an den Bondmärkten für Unruhe sorgt. Noch am Freitag könnte eine Herabstufung des Ratings durch Moody's anstehen.

Und es kommt noch schlimmer: Der Druck auf die französischen Staatsanleihen könnte nach der Präsidentschaftswahl zunehmen, wenn Moody's, S&P und Fitch Frankreich auf BBB – knapp über dem Ramschniveau – herabstufen würden, was möglicherweise zu Verkäufen durch Investoren mit Ratingbeschränkungen führen könnte, sagt etwa Mike Bell von RBC BlueBay Asset Management.

Ein internationaler Ansehensverlust ist der direkte Weg zu einer französischen Schuldenkrise. Im letzten Jahr erhielten ausländische Investoren rund 55 % der französischen Staatsschulden.In den USA lag dieser Wert bei 31 % und in Japan bei 13 %.

"Ich sehe darin eine große Schwachstelle in Frankreich", sagte Claus Vistesen , Chefökonom für die Eurozone beim Forschungsinstitut Pantheon Macroeconomics. "Da die japanischen Inlandszinsen derzeit so hoch sind, besteht die Befürchtung, dass Kapital ins Heimatland abfließen wird."

In einem globalen Anleihemarkt, der viele gute Renditemöglichkeiten bietet, wird es schwer für Paris, die bis 2030 anstehenden, fälligen Anleihen zu ersetzen. Deren Volumen liegt bei 1 Bill. EUR. Zusätzlich muss die Neuverschuldung finanziert werden. Rund 350 Mrd. EUR Emissionsvolumen werden allein für 2027 erwartet.

Investor Woche: Meta gibt neue Aktien aus, SpaceX steigert Umsatz um 161 %, OpenAI strebt 1,25 Bill. Bewertung an, Kirkland Lake Discoveries findet hochgradiges Gold, BASF bessert Evonik-Offerte nach

Fun Fact

Mann druckt 250 Mio. USD Falschgeld – und zahlt die Strafe in bar

Frank Bourassa, ein Kanadier aus Trois-Rivières (Québec), gilt als einer der größten Geldfälscher in der Geschichte der USA. Bourassa druckte laut eigenen Angaben und Behördenangaben rund 250 Mio. USD in gefälschten 20-Dollar-Scheinen (ca. 12,5 Mio.Stück). Die Qualität war so hoch, dass die Scheine mit bloßem Auge kaum von echten zu unterscheiden waren.

Bourassa richtete in Québec eine geheime Druckerei mit einer Heidelberg-Offsetpresse ein und ließ sich speziell hergestelltes Papier aus Europa liefern. Die Scheine tauchten ab etwa 2010 in den USA auf.

Am 23. Mai 2012 durchsuchte die Royal Canadian Mounted Police das Haus seiner Freundin und beschlagnahmte u. a. knapp 1 Mio. USD an Falschgeld. Ihm drohte die Auslieferung in die USA und potenziell bis zu 60 Jahre Haft. Als Verhandlungsmasse übergab er den Behörden rund 200 Mio. USD an noch nicht gefundenem Falschgeld sowie die Druckerpresse. Die Anklagen wurden fallengelassen. Er saß etwa sechs Wochen in Untersuchungshaft und zahlte eine Geldstrafe von rund 1.350 CAD.

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