Bild zum Artikel: Investor Woche: Fed lässt Zukunft offen, IPO-Gerüchte bei OpenAI, Amazon AWS stark, Meta enttäuscht, VW mit Verlust, Fairchild Gold kauft Goldprojekt in Nevada

Investor WocheFed lässt Zukunft offen, IPO-Gerüchte bei OpenAI, Amazon AWS stark, Meta enttäuscht, VW mit Verlust, Fairchild Gold kauft Goldprojekt in Nevada

Die Fed senkt die Zinsen, OpenAI prüft Berichten zufolge ein IPO. UPS und Amazon streichen Jobs, Amazon legt nach starken Zahlen zu. Meta gibt wegen hoher KI-Ausgaben nach. Fairchild Gold kauft das Carlin Queen Projekt in Nevada und die Burggraben-Aktie Clorox bietet 4,3 % Dividendenrendite.

von Verumo-Redaktion

Lesezeit 12 min
Titelbild: picture alliance / AP / Seth Wenig

Marktentwicklung

Der DAX gab im Wochenverlauf nach und lag am Freitagmittag mit 1,3 % im Minus. NASDAQ-100 und S&P 500 notierten fast unverändert im Vergleich zum Wochenstart. Der EUR/USD fiel deutlich unter 1,16, Gold schwankt um 4.000 USD. Apple knackt die 4 Billionen USD Marke, NVIDIA nähert sich den 5 Billionen.

Topmeldungen

US-Notenbank senkt Leitzins um 0,25 %

Die US-Notenbank Federal Reserve hat wie an den Märkten erwartet eine Zinssenkung um 25 Basispunkte auf einen Zielkorridor von 3,75 % bis 4,00 % vorgenommen. Zudem wurde die quantitative Straffung (QT) mit Wirkung zum 1. Dezember beendet. Ab diesem Datum wird die Fed alle Tilgungszahlungen aus ihren Beständen an Schatzanweisungen und Agency-Wertpapieren vollständig reinvestieren. Unklar ist allerdings, wie es im Dezember weitergeht. Fed-Chef Powell wörtlich: "Eine weitere Senkung des Leitzinses bei der Sitzung im Dezember ist keineswegs eine ausgemachte Sache - ganz im Gegenteil. Die Politik folgt keinem vorgegebenen Kurs."

Kleine Einigung im Handelsstreit zwischen USA und China

Das Treffen zwischen Trump und Xi brachte nicht den Durchbruch, aber immerhin einige kleinere Entlastungen für den Handel. So werden die wegen der Fentanyl-Krise in den USA eingeführten Zölle auf chinesische Produkte um 10 Prozentpunkte reduziert. China lockert zudem die Exportrestriktionen für Seltene Erden zeitweise und kauft in den kommenden drei Jahren 25 Mio. Tonnen US-Soja pro Jahr.

Eurozone wächst im dritten Quartal um 0,20 %

Die Wirtschaft der Eurozone wuchs im dritten Quartal unerwartet um 0,2 % und damit schneller als von Ökonomen erwartet, die in einer Umfrage der LSEG ein Wachstum von 0,1 Prozent prognostiziert hatten. Ursächlich für das etwas stärkere Wachstum war vor allem das Wachstum in Frankreich in Höhe von 0,50 % - der höchste Wert seit 2023. Im Gegensatz dazu verzeichneten Deutschland und Italien im dritten Quartal kein Wachstum.

Inflation in Deutschland sinkt auf 2,3 %

Die Inflationsrate in Deutschland lag im Oktober bei 2,3 % nach 2,4 % im September. Ökonomen hatten im Durchschnitt mit einem Rückgang auf 2,2 % gerechnet. Die Kerninflationsrate lag wie bereits im Vormonat bei 2,8 %. "Bis zum Jahresende ist ein Rückgang der Inflationsrate unter zwei Prozent weiterhin nicht absehbar", so Chefökonom Michael Heise vom Vermögensverwalter HQ Trust.

OpenAI vor Billionen-Dollar IPO?

OpenAI bereitet Insidern zufolge einen Börsengang vor, der das Unternehmen mit bis zu 1 Bio. USD bewerten könnte. Medienberichten zufolge könnte bereits in der zweiten Jahreshälfte 2026 ein Antrag bei der Börsenaufsicht gestellt werden. Tatsächlich hat das Unternehmen seine Struktur verändert. So wurde die gewinnorientierte Tochtergesellschaft in eine gemeinnützige Gesellschaft umgewandelt, an der Microsoft einen Anteil von 27 % hält. Nun hält die gemeinnützige Muttergesellschaft von OpenAI einen Anteil an der gewinnorientierten Gesellschaft im Wert von 130 Mrd. USD, der aufgestockt werden kann.

UPS streicht 48.000 Jobs

UPS (ISIN: US9113121068, WKN: 929198) hat 48.000 Stellen im Management und im operativen Bereich abgebaut und damit mehr als im April angekündigt. Von diesen Stellen waren 14.000 Führungspositionen und 34.000 Stellen im operativen Bereich.

Amazon streicht 14.000 Jobs und legt starke Zahlen vor

Amazon (ISIN: US0231351067, WKN: 906866) kündigte am Dienstag den Abbau von 14.000 Arbeitsplätzen an. Es handelt sich um den ersten Schritt einer Entlassungswelle, von der bis zu 30.000 Arbeitsplätze betroffen sein dürften.

Am Donnerstag legte das Unternehmen Zahlen vor, die der Aktie einen nachbörslichen Gewinn von 10 % bescherten. So stieg der Umsatz um 13 % auf 180 Mrd. USD, der Nettogewinn um 39 % auf 21,2 Mrd. USD. Die Einnahmen aus Amazon Web Services stiegen im Quartal um 20 % und damit so schnell wie seit 2022 nicht mehr.

Microsoft, Alphabet und Meta legen Zahlen vor

Meta (ISIN: US30303M1027, WKN: A1JWVX) meldete am Mittwoch, es werde die Ausgaben im Bereich KI aggressiv erhöhen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Aktien verloren nachbörslich 11 %. Alphabet (ISIN: US02079K1079, WKN: A14Y6H) meldete einen deutlichen Anstieg der Werbe- und Cloud-Computing-Einnahmen und legte im 3 % zu. Microsoft (ISIN: US5949181045, WKN: 870747) übertraf beim Umsatz die Prognosen und meldete für Azure einen Zuwachs um 40 %. Doch höhere Ausgaben für KI schickten die Aktie 3 % ins Minus.

VW erleidet Milliardenverlust

Volkswagen (ISIN: DE0007664039, WKN: 766403) meldete für das dritte Quartal einen Verlust von 1,072 Mrd. EUR nach einem Gewinn von 1,558 Mrd. EUR im Vorjahr. Neben der insgesamt schwierigen Lage der Branche waren dafür die Probleme bei Porsche verantwortlich. Insgesamt brach der VW-Gewinn in den ersten neun Monaten um mehr als 60 Prozent ein - von 8,8 auf 3,4 Milliarden Euro. Die Umsatzrendite fiel auf 2,3 % nach 5,4 %.

Fairchild Gold kauft Gold-Silber-Projekt Carlin Queen

Fairchild Gold (ISIN: CA30371L1013, WKN: A3D1D5) hat das bohrbereite Gold- und Silbergrundstück Carlin Queen in Nevada zu 100 % erworben. Das Grundstück umfasst 73 nicht patentierte Bergbaukonzessionen mit einer Gesamtfläche von 1.508 Acres und liegt entlang der Midas- und Carlin-Goldminen-Trends in dem US-Bundesstaat. Das Projekt liegt 11 Meilen nordwestlich des Goldstrike-Minenkomplexes von Nevada Gold Mines und grenzt an die Nordseite der Hollister Au-Ag-Mine der Hecla Mining Company. Der Kaufpreis beträgt mindestens 375.000 USD, wobei dem Verkäufer eine NSR in Höhe von 2 % verbleibt, die Fairchild Gold für 4 Mio. USD zurückkaufen kann.

Unter der Lupe

Clorox: Burggraben-Aktie mit 4,3 % Dividendenrendite

Die Aktie von Clorox (ISIN: US1890541097, WKN: 856678) hat seit dem Hoch im Juli 2020 mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren. Das im kalifornischen Oakland ansässige, mehr als 100 Jahre alte Unternehmen gehört zu den defensiven Konsumtiteln und stellt eine Vielzahl von Alltagsprodukten wie Reinigungs- und Waschmittel, Katzenstreu, Holzkohle, Lebensmitteldressings, Wasserfilter und Naturkosmetik her. Ähnlich breit ist das Markenportfolio, aus dem neben Clorox Brita in Deutschland am bekanntesten sein dürfte.

Das Unternehmen hat in den letzten Jahren einigen Gegenwind erlebt. Covid-19, Lieferkettenprobleme, die Inflation und ein Cyberangriff im August 2023 haben die Kursentwicklung gedrückt. Zuletzt waren Anleger aufgrund eines Anstiegs der Werbekosten beunruhigt.

Morningstar Analystin Erin Lash geht davon aus, dass Clorox jährlich rund 13 % des Umsatzes - knapp 1 Milliarde USD - in Forschung, Entwicklung und Marketing investieren wird, um sich gegen günstigere Produkte zu behaupten. "Trotz dieser Investitionen sind wir überzeugt, dass Clorox wieder die für das Unternehmen historisch typische Bruttomarge von Mitte 40 % erreichen wird", schrieb Lash in einem Beitrag Ende August. Auch die Auswirkungen der Zölle könne das Unternehmen abfedern.

Die Clorox Aktie scheint recht günstig bewertet. Das zukunftsgerichtete KGV liegt bei gut 18 (5-Jahres-Durchschnitt: 25,3). Die zukunftsgerichtete Dividendenrendite liegt bei rund 4,3 % und wird durch Aktienrückkäufe ergänzt. Die Gesamtrendite aus Dividenden und Rückkäufen lag zuletzt (TTM) bei knapp unter 7 %. Lash erwartet für die nächsten zehn Jahre ein Dividendenwachstum im mittleren einstelligen Bereich, was langfristig zu einer Ausschüttungsquote von nahezu 60 % führen dürfte. Morningstar sieht einen breiten wirtschaftlichen Burggraben taxiert den fairen Wert der Aktie auf 166 USD, was einer Unterbewertung um rund ein Drittel entspricht.

Die durch das Wall Street Journal befragten Analysten sind weniger optimistisch: Das Kursziel liegt hier im Median bei 127,50 USD. Es gibt lediglich eine Kaufempfehlung (bei 2x overweight, 15x hold und 4x sell).

Chart der Woche

Goldrallye: Bei den Zentralbanken ist noch Luft nach oben

Die Goldrallye wurde durch eine Korrektur unterbrochen. Viele Marktteilnehmer glauben jedoch, dass sich der Höhenflug früher oder später fortsetzen wird. Laut einer auf der London Bullion Market Association (LBMA) Conference in Kyoto durchgeführten Umfrage unter 106 Teilnehmern erwartet die Branche innerhalb eines Jahres einen weiteren Anstieg auf ca. 4.980 USD pro Feinunze.

Die meisten Bullen argumentieren, dass alle Gründe für den Kauf von Gold weiterhin bestehen: Ausufernde Verschuldung und Inflationssorgen, geopolitische Risiken - und die Nachfrage durch die Zentralbanken. Diese gehörten in den letzten Jahren zu den eifrigsten Goldkäufern am Markt.

Laut Daten des World Gold Council (WGC) ist der Goldanteil an den Zentralbankreserven von 10 Prozent vor zehn Jahren auf rund 24 Prozent Ende Juni gestiegen. Der Anstieg setzt sich aus Kursgewinnen und Nettozukäufen zusammen. Den WGC-Daten zufolge lagen die Reserven der weltweiten Notenbanken ohne die Federal Reserve Ende Juni bei 29.998,4 Tonnen. Bei einem Goldpreis von 4.000 USD sind die gesamten Goldreserven außerhalb der USA damit 3.858 Mrd. USD wert. Damit kommt Gold als Währungsreserve sehr nah an den USD heran: Ende Juli lag die Summe der außerhalb der USA gehaltenen Reserven (in Form US-Staatsanleihen einschließlich Schatzwechseln, Schatzanleihen und -noten) bei 3.920 Mrd. USD.

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt allerdings, dass der Anteil von Gold an den Währungsreserven bereits deutlich höher war als gegenwärtig der Fall - zeitweise lag dieser Anteil bei mehr als 60 %.

Möglicherweise sind die Zentralbankkäufe auch auf dem aktuellen Preisniveau noch längst nicht am Ende. Für viele offizielle Käufer ist Gold aus geopolitischen Gründen alternativlos. Und auch Zentralbanken, die bislang an der Seitenlinie standen, könnten bald auf den Zug aufspringen. "Die Bank of Korea plant, zusätzliche Goldkäufe aus einer mittel- bis langfristigen Perspektive zu prüfen", sagte Heung-Soon Jung, Direktor der Reserve Investment Division der Bank, auf der LBMA-Konferenz.

Investor Woche: Fed lässt Zukunft offen, IPO-Gerüchte bei OpenAI, Amazon AWS stark, Meta enttäuscht, VW mit Verlust, Fairchild Gold kauft Goldprojekt in Nevada
Bildquelle: Verumo, Financial Times, World Gold Council, IMF

Fun Fact

Auf einem 186 kg schweren Goldwürfel klebt der Kuckuck

Gold sichert und mehrt das Vermögen über Generationen - wenn der Eigentümer nicht zwischenzeitlich bankrottgeht und der Glanz des Edelmetalls fortan die Gläubiger erfreut. Doch genau dieses Schicksal erleidet nun der zahlungsunfähige österreichische Investor Klemens Hallmann. Er besitzt einen Anteil von 32 % am Castello Cube - einem 186 kg schweren Würfel aus Gold, der durch den Künstler Niclas Castello erschaffen wurde. Der Wert des gesamten Würfels beläuft sich - gemessen allein am Goldpreis - auf 23 Mio. USD. Hallmanns Anteil an dem ausgehöhlten 24-Karat-Konzeptkunstwerk wird durch den Insolvenzverwalter nun veräußert.

Goldaktien Spezialreport
Einzigartige Einblicke, Tipps, Fragen die Sie sich stellen sollten und 2 Goldaktien mit vielversprechendem Potential. Nutzen Sie die Chance, um gut informiert in Goldaktien zu investieren!Jetzt kostenlos herunterladen
Verumo Logo-ZeichenVorschau des Goldaktien SpezialreportsIllustration von Goldbarren