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Investor WocheApple verlagert Produktion, Zinshoffnungen verdampfen im Kriegsrauch, Henkel und Merck kaufen zu, Porsche, Deutz, Barton Gold, Airbus

Apple setzt auf Produktion in den USA. Henkel kauft Olaplex, Merck Co kauft Terns Pharmaceuticals, Porsche setzt auf Rüstung. Barton Gold schließt ein 8.000 Meter Bohrprogramm bei Challenger ab. Airbus erhält einen Großauftrag aus China und SAP könnte eine Kaufgelegenheit werden.

von Verumo-Redaktion

Lesezeit 10 min
Titelbild: picture alliance / dpa / Sven Hoppe

Marktentwicklung

Die Handelswoche steht abermals unter dem Eindruck des Irankriegs und den damit verbundenen Unsicherheiten. Der S&P 500 notierte am Freitagmittag rund 2 % niedriger als in der Vorwoche und markierte ein 6-Monats-Tief. Dasselbe Bild beim NASDAQ-100, der noch etwas stärker abgab. Der DAX hingegen konnte vor allem durch einen starken Wochenauftakt um knapp 2 % zulegen. Der EUR/USD notiert bei 1,15, der Goldpreis hat den Kampf um die Marke von 4.500 USD kurzfristig verloren. Die 10-jährige US-Rendite steigt in Richtung 4,5 %.

Top Meldungen

Bundesbankpräsident Nagel sieht in Zinserhöhungen im April eine Option

Bundesbankpräsident Joachim Nagel hält eine Zinserhöhung der EZB im April für möglich. Entscheidend seien die mittelfristigen Inflationserwartungen. Bis zur Zinssitzung im April habe die Zentralbank genügend Daten vorliegen, um sich ein Bild der Lage zu verschaffen, sagte Nagel im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. "Das ist sicherlich eine Möglichkeit, aber eben nur eine von vielen", äußerte er hinsichtlich einer möglichen Zinserhöhung.

US-Einfuhrpreise steigen so stark wie seit vier Jahren nicht

Die US-Einfuhrpreise sind im Februar um 1,3 % gegenüber dem Vormonat und damit so stark gestiegen wie seit vier Jahren nicht mehr. Im Januar hatte der Importpreisindex um 0,6 % und im Dezember letzten Jahres um 0,1% zugelegt. Die Chancen auf eine Fed-Zinssenkung im laufenden Jahr schwinden damit - zumindest legen dies Daten des CME FedWatch-Tools nahe.

Henkel übernimmt Olaplex für 1,4 Mrd. USD

Henkel (ISIN: DE0006048432, WKN: 604843) übernimmt den US-amerikanischen Hersteller von Premium-Shampoos Olaplex Holdings für 1,4 Mrd. USD. Der deutsche Konsumgüter- und Chemiekonzern zahlt demnach 2,06 USD pro Aktie. Dies entspricht einem Aufschlag von 55 % auf den Schlusskurs vom Mittwoch. Henkel hatte in diesem Jahr bereits die nordamerikanische Haarpflege- und Stylingmarke Not Your Mother's, den Beschichtungshersteller Stahl und eine Mehrheit am britischen Baustoffhersteller Wetherby Laro erworben.

Apple verlagert Produktion in die USA

Apple (ISIN: US0378331005, WKN: 865985) unternimmt wesentliche Schritte zur Verlagerung der Produktion in die USA. So wird der in Tokio ansässige Hersteller TDK, weltweit führender Anbieter von Smartphone-Akkus, in den USA fortschrittliche Sensoren produzieren. Die Produktion soll in wenigen Jahren starten. Zudem kündigte Apple Partnerschaften mit vier weiteren Zulieferern - Bosch, TDK, Cirrus Logic und Qnity Electronics - an, um die heimische Produktion von Halbleitertechnologien und anderen Komponenten hochzufahren.

Deutz strebt bis zu 2,5 Mrd. EUR Umsatz und 8 % EBITDA-Rendite an

Der Motorenbauer Deutz (ISIN: DE0006305006, WKN: 630500) hat die Ziele für das laufende Jahr angehoben.Nach 2,04 Mrd. Euro im vergangenen Jahr soll der Umsatz im Jahr 2026 auf 2,3 bis 2,5 Mrd. Euro steigen, bestenfalls also um mehr als 20 %. Die EBIT-Marge soll nach 5,5 % im vergangenen Jahr auf 6,5 % bis 8 % in diesem Jahr steigen.

Porsche investiert 100 Mio. EUR in Rüstungsfonds

Der VW- und Porsche-Großaktionär Porsche SE (ISIN: DE000PAH0038, WKN: PAH003) beteiligt sich mit 100 Mio. EUR an dem neu aufgelegten DTCP Defense Fund. "Insgesamt sieht die Porsche SE im Verteidigungs- und Sicherheitssektor ein erhebliches Wachstumspotenzial", erklärte der Dax-Konzern. Weitere Investitionen in dem Sektor sind demnach geplant.

Merck & Co kauft Terns Pharmaceuticals

Der US-Pharmakonzern Merck & Co. (ISIN: US58933Y1055, WKN: A0YD8Q) übernimmt Terns Pharmaceuticals für 6,7 Mrd. USD. Terns Pharmaceuticals hat einen Wirkstoffkandidaten namens Tern-701 entwickelt, der künftig in Tablettenform bei Patienten mit chronischer myeloischer Leukämie zum Einsatz kommen soll. Im vergangenen Jahr hatte Merck & Co bereits Verona Pharma und Cidara Therapeutics übernommen.

China Eastern Airbus bestellt 101 A320neo

Die Fluggesellschaft China Eastern Airlines kauft 101 weitere Airbus (ISIN: NL0000235190, WKN: 938914) Mittelstreckenjets des Typs A320neo mit einem Gesamtlistenpreis von 15,8 Mrd. USD. Die Auslieferung ist für 2028 bis 2032 vorgesehen. Die Fluggesellschaft hatte bereits 2022 100 A320neo-Jets erworben, deren Auslieferung für die Jahre 2024 bis 2027 geplant ist.

Barton Gold schließt 8.000 Meter Bohrprogramm bei Challenger ab

Barton Gold (ISIN: AU0000153215, WKN: A3DJY0) hat das 8.065 Meter und 112 Bohrlöcher umfassende RC-Bohrprogramm auf dem Goldprojekt Challenger in Südaustralien abgeschlossen. Das kürzlich angekündigte Diamantbohrprogramm von ca. 1.490 m läuft weiterhin, um die Optimierung der Entwürfe für die Tagebaustätten von Challenger zu unterstützen.

Barton strebt die Umwandlung der Mineralisierung in die JORC (2012)-Klassifizierung "Indicated" und anschließend in "Ore Reserves" an, vorbehaltlich des Abschlusses einer endgültigen Machbarkeitsstudie (DFS). Das Konzept der DFS sieht einen anfänglichen "Basis"-Betrieb der Phase 1 über 3-4 Jahre vor, bei dem ausschließlich historische, hochgradige Abraumhalden aus der Abraumhalde 1 (TSF1) sowie begrenzte, oberflächennahe Materialien genutzt werden.

Unter der Lupe

SAP: Fallendes Messer mit zunehmend attraktiver Bewertung

Der Kurs der SAP Aktie (ISIN: DE0007164600, WKN: 716460) hat sich seit dem Hoch im Februar 2025 fast halbiert. Einer der Gründe dafür ist die Sorge, KI könnte etablierte Software-Geschäftsmodelle mitsamt ihrer ökonomischen Burggräben existenziell bedrohen. Ein Blick auf den Chart zeigt zunächst ein fallendes Messer, das seine Sturzgeschwindigkeit nun bald verringern sollte: Im Bereich von rund 133 EUR liegen die Hochs aus 2020, die aus charttechnischer Sicht besser intakt bleiben.

Fundamental sieht es besser aus: Morningstar schätzt den fairen Wert der SAP Aktie auf 265 EUR - ein Wert, der seit der Geburt des KI Scare Trades unverändert blieb. Aktuell wird der Softwareriese mit dem 18-,4-fachen des Cashflows gehandelt: Ein Niveau, das zuletzt 2020 im Angebot war.

Morningstar sieht aufgrund der hohen Wechselkosten einen breiten Burggraben und weiter steigende Erlöse: "Wir erwarten kurz- und mittelfristig ein Umsatzwachstum im niedrigen bis mittleren zweistelligen Prozentbereich, das langfristig auf einen hohen einstelligen Prozentbereich abflacht. Die bereinigte EBIT-Marge dürfte im Prognosezeitraum auf knapp über 30 % steigen", schrieb Analyst Rob Hales im Januar in einem Bericht.

"Der jüngste Verkaufsdruck und die erhöhten Handelsvolumina deuten darauf hin, dass branchenweite Gegenwinde und nicht unternehmensspezifische Probleme den Kurssturz verursachen", sagt Wladimir Dimitrow von Seeking Alpha. Er empfiehlt, die Aktie zu halten. "Der sprunghafte Anstieg des Handelsvolumens in den letzten Monaten in Verbindung mit dem anhaltenden Verkaufsdruck ist jedoch ein deutliches Warnsignal, dass das Schlimmste möglicherweise noch nicht überstanden ist", sagt er mit Blick auf den Gesamtmarkt und den Sektor.

Die durch das Wall Street Journal befragten Analysten einen Anstieg des Gewinns pro Aktie auf 9,99 USD im kommenden und 11,62 USD im übernächsten Jahr. Es gibt zehn Kaufempfehlungen (zwei mehr als vor einem Monat) bei 3x overweight und 3x hold.

Grafik der Woche

Bitcoin-Wale so inaktiv wie lange nicht: Kauft nur noch Michael Saylor?

Die Grafik von Santiment zeigt eine Momentaufnahme der On-Chain-Aktivität von Bitcoin-Großinvestoren (den sogenannten "Whales"). Die Daten legen auf den ersten Blick eine abwartende Haltung nahe: Große Akteure kaufen weder aggressiv zu noch reduzieren sie ihre Bestände. Solche Phasen gehen historisch betrachtet oft mit einer verringerten Liquidität einher.

Auf einen Tiefpunkt der Whale-Aktivität folgte zudem oft eine stärkere Bewegung des Marktes. Doch in welche Richtung? Aus den Daten lässt sich zunächst nur schwer eine Prognose ableiten: Trader können am Spielfeldrand abwarten, ob sich ein Boden bildet oder entscheidende Unterstützungsniveaus gebrochen werden.

Doch diese Betrachtung lässt eine wichtige Variable des Bitcoin-Marktes außer Acht: Michael Saylor. Der Strategy-Chef kauft bekanntlich weiterhin in großem Stil Bitcoin. Wenn der größte unter den Walen zukauft, die Wale insgesamt aber inaktiv sind: Handelt es sich um eine Warnung im Hinblick auf eine Blase?

Der Krypto- und Blockchainexperte Dr. Julian Hosp jedenfalls postete auf X: "Glaubt nicht den falschen Geschichten, die euch die Bitcoin-Maximalisten erzählen ... schaut euch lieber die Daten an: Die "Wale" sind so ruhig wie selten zuvor. Der Einzige, der wirklich kauft, ist Saylor."

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Fun Fact

Briten verdienten im Mittelalter 600 USD mehr als notwendig

Das Mittelalter war womöglich gar nicht so entbehrungsreich gedacht - zumindest nicht auf der Insel. Wie britische Forscher vor rund 15 Jahren herausfanden, erzielten Engländer im Mittelalter ein Jahreseinkommen von 1.000 USD - bezogen auf die Kaufkraft von 1990. Das waren immerhin 600 USD mehr als für das absolute Überleben notwendig waren - ein Niveau, das in manchen Entwicklungsländern (Fact ohne Fun) bis heute nicht erreicht ist.

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