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Fünf-Billionen-MomentApple steigt mit gebremstem KI-Kurs an die Weltspitze

Apple profitiert von starker Nachfrage und deutlich geringeren KI-Infrastrukturinvestitionen als seine Rivalen. Doch hohe Erwartungen, steigende Komponentenkosten und regulatorische Hürden machen die nächsten Quartalszahlen zur Bewährungsprobe.

von Verumo-Redaktion

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Titelbild: Stefanos Nt / Unsplash

Der US-amerikanische Technologiekonzern Apple (ISIN: US0378331005, WKN: 865985) hat am Dienstag erstmals kurzzeitig eine Börsenbewertung von fünf Billionen USD überschritten. Der Aktienkurs stieg im Tageshoch auf 342,89 USD, womit der Konzern auf eine Marktkapitalisierung von 5,036 Billionen USD kam. Zum Handelsschluss lag die Aktie bei 340,08 USD, entsprechend 4,995 Billionen USD.

Neue Rangfolge an der Börsenspitze

Seit Juni 2025 hatte der Chiphersteller Nvidia (ISIN: US67066G1040, WKN: 918422) die Rangliste angeführt. Der Konzern war zugleich das erste Unternehmen, das die Schwelle von fünf Billionen USD überschritt. Am Dienstag schloss Nvidia bei 197,01 USD und erreichte einen Marktwert von rund 4,768 Billionen USD.

Apple war bereits am Montag an Nvidia vorbeigezogen und hatte die Position als wertvollstes Unternehmen zurückerobert. Der Rangwechsel fällt mit einer Umschichtung aus kapitalintensiven KI-Aktien in Unternehmen mit berechenbareren Mittelzuflüssen zusammen.

Sparsame Infrastruktur stärkt den Mittelzufluss

Zugleich mit starken Produktverkäufen profitiert Apple von einer Strategie, die sich deutlich von den Investitionsplänen anderer Technologiekonzerne unterscheidet. In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2026 investierte das Unternehmen 4,344 Milliarden USD in Sachanlagen, nach 6,011 Milliarden USD im Vorjahr. Der operative Mittelzufluss stieg zugleich von 53,887 Milliarden USD auf 82,627 Milliarden USD.

Die Zurückhaltung betrifft vor allem eigene Infrastruktur. Die Forschungs- und Entwicklungskosten erhöhten sich unterdessen um 33 Prozent auf 22,306 Milliarden USD. Der Google-Mutterkonzern Alphabet (ISIN: US02079K3059, WKN: A14Y6F) investierte dagegen allein im zweiten Quartal rund 45 Milliarden USD in Sachanlagen.

Rekordzahlen tragen die ambitionierte Bewertung

Im zweiten Geschäftsquartal steigerte Apple seinen Umsatz um 17 Prozent auf 111,2 Milliarden USD. Der verwässerte Gewinn je Aktie legte um 22 Prozent auf 2,01 USD zu.

Das Dienstegeschäft erreichte erneut einen Umsatzrekord. Dazu zählen vor allem Werbung, der App Store und Cloud-Dienste. Der operative Mittelzufluss übertraf 28 Milliarden USD, ebenfalls ein Höchstwert für ein Märzquartal.

Ende 2025 zählte Apple mehr als 2,5 Milliarden aktive Geräte. Im Folgequartal erreichte die installierte Basis erneut einen Höchststand. Zusätzlich genehmigte der Verwaltungsrat Aktienrückkäufe über bis zu 100 Milliarden USD.

Gemini liefert Modellbasis für die neue Siri

Apple entwickelt seine nächste Generation eigener Basismodelle gemeinsam mit Google und dessen Gemini-Technik. Die Modelle laufen auf Geräten und über Apples geschützte Serverarchitektur Private Cloud Compute.

Siri AI befindet sich seit Juni im Entwicklertest und soll später im Jahr zunächst auf Englisch als Betaversion starten. Einige Apple-Intelligence-Funktionen erhalten tägliche Nutzungsgrenzen, während viele iCloud+-Tarife erweiterten Zugriff bieten. Damit verbindet Apple fremde Modelltechnik mit eigener Geräteintegration und einem möglichen Zusatzgeschäft im Dienstebereich. Die Zusammenarbeit erweitert Apples Modellbasis, schafft jedoch neue Abhängigkeiten von Alphabet.

Europa verzögert Siris Neustart

Auf iPhones und iPads startet Siri AI in der Europäischen Union allerdings vorläufig nicht. Apple nennt Vorgaben des Gesetzes über digitale Märkte als Grund. Die Europäische Kommission widerspricht dieser Darstellung. Sie erklärt, Apple habe statt einer regelkonformen Lösung eine 18-monatige Ausnahme beantragt.

Auch für China nennt Apple keinen Starttermin, solange regulatorische Anforderungen ungeklärt bleiben. Damit fehlen der neuen Siri vorerst zwei bedeutende Märkte.

Leasing bindet Käufer enger an das Ökosystem

Apple startete am Dienstag in den USA ein Geräteleasing mit dem Zahlungsdienstleister Klarna (ISIN: GB00BMHVL512, WKN: A414N7). Die monatlichen Raten beginnen bei 17,99 USD für ein iPhone. Für iPhones und Apple Watches stehen Laufzeiten von zwölf oder 24 Monaten bereit. Macs und iPads können über 24 oder 36 Monate geleast werden.

Kunden dürfen Geräte zurückgeben, übernehmen oder gegen neuere Modelle tauschen. Ein Altgerät kann die Monatsrate senken. Versicherung ist nicht enthalten. Das Modell kann Ersatzzyklen verkürzen, bindet Käufer aber länger an Apples Vertriebs- und Dienstesystem.

Die Bilanzvorlage entscheidet über den Rekord

Apple veröffentlicht die Ergebnisse des dritten Geschäftsquartals am 30. Juli nach Börsenschluss. Der vom Finanzdatenanbieter FactSet erhobene Analystenkonsens liegt bei 108,9 Milliarden USD Umsatz und 1,89 USD Gewinn je Aktie. Damit müsste der Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um rund 16 Prozent steigen. Der Optionsmarkt rechnet nach den Zahlen mit einer Kursbewegung von ungefähr vier Prozent.

Am 24. Juli entsprach der Kurs dem 34,8-Fachen des erwarteten Jahresgewinns. Der Fünf-Billionen-Moment war kurz.