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Europas Suche nach Gas und ÖlAngespannter Energiemarkt lenkt den Blick auf europäische Gasprojekte

Die Preissprünge bei physischem Rohöl zeigen, wie verletzlich globale Lieferketten bleiben. Für Europa wächst damit die Bedeutung regionaler Gasprojekte mit Anschluss an bestehende Infrastruktur.

von Verumo-Redaktion

Lesezeit 5 min
Titelbild: Aleksei Zakirov / Bigstock

Der physische Ölmarkt sendet weiter Warnsignale. Wie CNBC berichtet, hat sich der Preis für Dated Brent nach der Ankündigung einer zweiwöchigen Waffenruhe zwischen den USA und Iran zuletzt von seinem Rekordstand gelöst. Mit 131,97 USD je Barrel lag er allerdings weiterhin deutlich über dem Vortagsniveau, auf dem kurzzeitig 144,42 USD erreicht worden waren. Zugleich notierten Brent-Futures für Juni nur bei 96,51 USD. Diese ungewöhnlich große Lücke deuten Marktbeobachter als Zeichen akuter Knappheit im realen Handel.

Das ist mehr als eine Momentaufnahme, denn Dated Brent steht für tatsächlich verfügbare, kurzfristig lieferbare Ölmengen. Wenn sich der Preis stark von den Terminmärkten absetzt, zeigt das nach Einschätzung von Analysten vor allem eines: Der Markt misstraut der Stabilität der physischen Versorgung, selbst wenn sich die geopolitische Lage auf dem Papier zeitweilig entspannt.

Der Preissprung zeigt, wie fragil Lieferketten bleiben

Besonders im Fokus steht die Straße von Hormus. Üblicherweise laufen rund 20 % des weltweiten Öl- und Gasverkehrs durch diese enge Meerenge. Allerdings rechnen viele Schifffahrts- und Energieexperten nicht damit, dass sich der Verkehr dort rasch normalisiert. Entsprechend hoch bleibt die Nervosität bei Raffinerien, Händlern und Abnehmern.

Janiv Shah vom norwegischen Energieberatungsunternehmen Rystad Energy sagte gegenüber CNBC, die sichtbare Entspannung beim Brent-Preis dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Engpässe im physischen Markt zäh bleiben könnten. Höhere Tankerraten, knappe Lieferströme und Aufschläge für verlässliche Qualitäten passten weiter zu einem Markt, in dem das operative Risiko größer sei als die kurzfristige Beruhigung an den Bildschirmen.

Auch die Investmentbank Morgan Stanley verweist auf eine Marktverwerfung zwischen physischen Nordsee-Barrels und dem standardisierten Futures-Kontrakt. Darin liegt die eigentliche Aussage der jüngsten Preisbewegung: Nicht nur das geopolitische Risiko wird bewertet, sondern die Frage, woher belastbare Energieversorgung in einem angespannten Umfeld überhaupt noch kommt.

Europa schaut wieder stärker auf nahe Energiequellen

Für Europa ist diese Debatte besonders heikel. Die Region bemüht sich um mehr Versorgungssicherheit, kürzere Lieferwege und höhere Unabhängigkeit von geopolitisch sensiblen Routen. In diesem Umfeld kann Erdgas als Übergangsenergie wieder stärker in den Vordergrund rücken, vor allem dann, wenn es aus europäischen oder europanahen Projekten stammt und an bestehende Infrastruktur anschließt. Ungarn gilt beispielsweise wegen seiner Lage und seiner Rolle im TurkStream-Netzwerk als strategisch wichtiger Knoten im regionalen Gasmarkt.

Ein solches Projekt entwickelt beispielsweise CanCambria (ISIN: CA13740E1079, WKN: A3EKUB). Das kanadische Explorations- und Produktionsunternehmen entwickelt in Südungarn auf rund 950 km2 das Tight-Gas-Sandprojekt Kiskunhalas.

Projekte wie CanCambrias Kiskunhalas gewinnen an Bedeutung

CanCambria meldete in den vergangenen Monaten gleich mehrere operative Fortschritte. Dazu zählen eine deutlich ausgeweitete Ressourcenschätzung im November, eine mehrfach aufgestockte Privatplatzierung im Januar und die Genehmigung des technischen Betriebsplans im März. Nach Angaben des Unternehmens ist damit der Entwicklungsfahrplan für die kommenden vier Jahre abgesteckt.

Paul Clarke, Präsident und CEO von CanCambria, verwies darauf, dass Europa weiterhin großen Wert auf stabile regionale Erdgasquellen legen werde. Zwar macht die aktuelle Marktunruhe nicht automatisch jeden Explorationswert zum Gewinner. Sie zeigt aber deutlich auf, warum Projekte in infrastrukturell gut angebundenen Regionen heute genauer beobachtet werden als in ruhigeren Marktphasen.

Noch ist Kiskunhalas kein produzierender Baustein der europäischen Energieversorgung. Die jüngsten Verwerfungen am Ölmarkt machen jedoch sichtbar, wie hoch der strategische Wert regionaler Quellen eingeschätzt wird, sobald globale Lieferketten unter Druck geraten. Zwar ersetzt das Marktumfeld keinen operativen Beweis. Es zeigt aber, dass Projekte wie Kiskunhalas in Europas neuer Energielogik deutlich an Relevanz gewinnen.

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