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Die besten Inflations-Aktien 2025

Schützen Sie ihr Geld und profitieren Sie von der Notenpresse

Die erste Inflationswelle war für viele Konsumenten ein Schock. Nun wächst durch Protektionismus, Geopolitik und Staatsverschuldung das Risiko für die nächste Preiswalze. Mit Inflations-Aktien können Investoren gegensteuern. Gute Titel sind resistent gegen die Preissteigerungen und können sogar davon profitieren.

von Verumo-Redaktion

Lesezeit 10 min
Erstmals veröffentlicht am 09. Juli 2023Titelbild: picture alliance / ASSOCIATED PRESS / Jacquelyn Martin / STF

Inflation schockt Verbraucher und Anleger

Die erste Inflationswelle schien durch die Zinserhöhungen bewältigt. Doch seit dem Frühherbst steigen die Inflationsraten in den Industrieländern wieder. Befeuert werden die Preissteigerungen durch Fachkräftemangel, Protektionismus und steigende Staatsverschuldung.

Handeln ist dringend erforderlich. Fortgesetzte Inflation zerstört die Kaufkraft von Ersparnissen. Bei einer jährlichen Inflationsrate von 7 % halbiert sich die Kaufkraft nach nur zehn Jahren, wenn nicht rechtzeitig gegengesteuert wird.

Trotz des im Vergleich zu 2020 höheren Zinsniveaus lassen sich die benötigten Renditen am Anleihemarkt oder im Einlagengeschäft nicht erzielen. Aktien sind deshalb eine probate Alternative - allerdings vorwiegend Aktien von Unternehmen, die durch die Inflation nicht selbst in Schwierigkeiten geraten. Solche Inflations-Aktien können Anleger nutzen, um ihr Vermögen vor der Geldentwertung zu schützen.

Dass sich die Inflationsraten ein Stück weit abgeschwächt haben, sollte kein Grund für Sorglosigkeit sein. Zum einen profitieren die Verbraucherpreise derzeit von niedrigen Rohstoffpreisen – ein Umstand, der sich jederzeit ins Gegenteil verkehren kann. Zum anderen läuft die Konjunktur in vielen Ländern schwach, was ebenfalls inflationsdämpfend wirkt.

Früher oder später aber sollte zumindest in China ein Konjunkturaufschwung einsetzen, der dann sofort auch die Inflation wieder anheizen könnte. Die Historie zeigt, dass Inflation in Wellen verläuft. Aktuell befinden wir uns möglicherweise im Frühstadium der zweiten Welle. Diese könnte höher verlaufen als die erste Welle.

Inflation könnte bis weit in die 2030er Jahre ein Thema bleiben: Durch Fachkräftemangel, De-Globalisierung, Rohstoffknappheit, den Umbau in Richtung erneuerbare Energien und weitere Entwicklungen dürfte der Druck auf die Preise langfristig Bestand haben.

Kapital schützen mit den besten Inflations-Aktien 2025

Gute Inflations-Aktien entstammen tendenziell defensiven Sektoren wie etwa Energieversorgung, Gesundheitswesen oder Basiskonsumgüter – und dem Rüstungs- und Verteidigungsbereich. Ein entscheidendes Kriterium für inflationssichere Aktien ist, dass die Nachfrage nach den Produkten auch bei steigenden Preisen bestehen bleibt. Dies ermöglicht Unternehmen auch Preiserhöhungen, ohne dass die verkaufte Menge zurückgeht.

Inflations-Aktien haben in den letzten mindestens 5-10 Jahren inklusive Dividenden eine attraktive Performance erzielt und waren weniger volatil als der Gesamtmarkt. Außerdem sollten die Unternehmen finanziell stabil aufgestellt sein – mit starkem Cashflow und genügend Liquiditätsreserven.

Die vielleicht besten Inflations-Aktien 2025 im Überblick:

UnternehmenISINWKN
Berkshire HathawayUS0846707026A0YJQ2
WalmartUS9311421039860853
Merck & Co.US58933Y1055A0YD8Q
CF IndustriesUS1252691001A0ES9N
PepsiCoUS7134481081851995

Berkshire Hathaway

Berkshire Hathaway (ISIN: US0846707026, WKN: A0YJQ2) ist das Investmentimperium der Investorenlegende Warren Buffett. Im Portfolio befinden Aktien aus vielen Branchen, darunter Versicherungen, Energie, Eisenbahnen und Konsumgüter. Buffett investiert bevorzugt in Unternehmen, die über einen breiten ökonomischen Burggraben und damit eine gewisse Preissetzungsmacht verfügen. Tochterfirmen wie die Eisenbahngesellschaft BNSF und der Versicherer GEICO verfügen über reale Werte, die gegen Geldentwertung schützen.

Berkshire Hathaway ist bekannt für eine konservative Anlagepolitik und eine starke finanzielle Basis. Aktien werden nur ins Portfolio aufgenommen, wenn sie mit einem Abschlag zum fairen Wert erworben werden können. Dadurch ist das Portfolio der Investmentholding krisenfest und in der Lage, auch in inflationären Zeiten gute Ergebnisse zu erzielen. Ein kleiner Wermutstropfen ist der hohe Bestand an Cash, der der Inflation ausgesetzt ist.

Walmart

Es ist ein in Deutschland bekanntes Phänomen: Steigt die Inflation an, profitieren davon die Discounter. Konsumenten benötigen bestimmte Güter zwingend – egal, wie sich die Preise entwickeln. Für die Güter des täglichen Bedarfs – etwa Nahrungsmittel, Hygieneprodukte etc. - weichen Konsumenten auf die günstigsten verfügbaren Anbieter aus. In den USA ist dies häufig Walmart (ISIN: US9311421039, WKN: 860853). Das Unternehmen kann deshalb von steigenden Verbraucherpreisen profitieren.

Walmart verfügt über ein sehr großes Netz an Filialen in den USA und ist darüber hinaus in weiteren Ländern tätig. Das dichte Filialnetz in Verbindung mit einem breiten Sortiment, das Grundbedarfsgütern wie Lebensmitteln, Haushaltswaren und Medikamente umfasst, stellen in Kombination mit dem günstigen Preisniveau einen strategischen Wettbewerbsvorteil dar, der sich insbesondere in inflationären Zeiten auszahlen kann.

Als einer der größten Einzelhändler weltweit verfügt Walmart über eine enorme Marktmacht. Dies ermöglicht es dem Unternehmen, mit Lieferanten bessere Preise auszuhandeln und somit die Auswirkungen der Inflation auf die eigenen Kosten zu reduzieren. Zudem gilt Walmart als hinreichend anpassungsfähig und hat z.B. in E-Commerce und andere zusätzliche Vertriebskanäle investiert.

Merck & Co.

Unternehmen aus dem Gesundheitssektor mit starker Marktposition profitieren nicht nur von einer wenig konjunktursensiblen Nachfrage, sondern auch von hohen Margen. Ein Beispiel dafür ist Merck & Co. (ISIN: US58933Y1055, WKN: A0YD8Q). Das in Kenilworth im US-Bundesstaat New Jersey ansässige Unternehmen produziert Medikamente, Impfstoffe, biologische Therapien, Verbraucherpflegeprodukte und Produkte zur Tiergesundheit.

Das Unternehmen ist selbst in der Forschung aktiv und entwickelt eine Pipeline mit neuen Produkten. Geforscht und entwickelt wird in den Bereichen Onkologie, Impfungen, Infektionskrankheiten, kardiometabolische Störungen, Immunologie und Neurowissenschaft. Es gibt eine Vielzahl an Patenten für Medikamente wie Keytruda (Pembrolizumab). Das Immuntherapeutikum, das zur Behandlung verschiedener Krebsarten eingesetzt wird, hat sich zu einem der umsatzstärksten Medikamente weltweit entwickelt. Auch das Krebsmedikament Bavencio (Avelumab), das MS-Medikament Rebif und das Bluthochdruckmedikament Concor gehören zu Merck & Co.

CF Industries

CF Industries (ISIN: US1252691001, WKN: A0ES9N) ist der größte Stickstoffproduzent Nordamerikas mit Niederlassungen in den USA und Kanada. Das Unternehmen produziert und vertreibt Stickstoffdünger und verkauft diesen direkt an Kunden aus Landwirtschaft und Industrie. Produziert werden unter anderem wasserfreies Ammoniak, körniger Harnstoff, Ammoniumnitrat und Harnstoff-Ammoniumnitrat-Lösungen. Darüber hinaus gehören Dieselabgasflüssigkeit, Salpetersäure, Harnstofflauge und Ammoniakwasser zum Produktportfolio des 1946 gegründeten und in Deerfield im US-Bundesstaat Illinois ansässigen Unternehmens.

CF Industries könnte langfristig von geopolitischen Umwälzungen profitieren. Der Markt für Stickstoffdünger ist grundlegenden Änderungen unterworfen, weil das Angebot aus Russland und Weißrussland – zwei weltweit führende Produzenten für Düngemittel – durch Sanktionen nur noch eingeschränkt verfügbar ist. Darüber hinaus benötigt die Herstellung von stickstoffbasiertem Dünger viel Erdgas, das anfällig für drastische Preisschwankungen ist. Dadurch wird die Düngerproduktion beeinträchtigt. Die Nachfrage nach Düngemittel steigt dagegen schon allein aufgrund der wachsenden Weltbevölkerung kontinuierlich an.

Hier verfügt CF Industries über einen strategischen Vorteil: Das Unternehmen hat Zugang zu kostengünstigem nordamerikanischen Erdgas. Vor allem im Hinblick auf ausländische Konkurrenz besteht noch ein weiterer Kostenvorteil beim Transport: Die Produktionsstandorte sind über ein ausgedehntes Vertriebsnetz aus Pipelines, Schienen und Binnenschiffen mit den wichtigsten Kunden im Corn Belt verbunden. Die Lage der größten Werke in Donaldsonville in Louisiana am Meer ermöglicht es CF außerdem, Düngemittel zu exportieren und die Stickstoffnachfrage in Südamerika zu bedienen.

Bei steigender Inflation steigen typischerweise auch die Preise für Rohstoffe und landwirtschaftliche Produkte. CF Industries könnte dadurch von steigenden Düngemittelpreisen profitieren. Die Umsätze hängen auch von der für den Anbau von Mais verwendeten Fläche ab.

PepsiCo

Gegessen und getrunken wird bekanntlich immer - auch in der Inflation. Unternehmen, die im Bereich von Erfrischungsgetränken und Convenience Food mit ihrem Markenportfolio gut aufgestellt sind, können der Inflation trotzen. Zu diesem Unternehmen gehört PepsiCo (ISIN: US7134481081, WKN: 851995), das weitaus mehr ist als nur ein alternativer Hersteller von Colabrause.

PepsiCo wurde 1965 gegründet und ist in Purchase im US-Bundesstaat New York ansässig. Neben Getränken werden auch Lebensmittel und Snacks verkauft. Das Segment Frito-Lay North America etwa vertreibt Marken-Convenience-Food in den USA und Kanada. Zum Segment Quaker Foods North America gehören Getreide, Reis und Nudeln der Marken Quaker, Pearl Milling Company, Quaker Chewy, Cap'n Crunch, Life und Rice-A-Roni. PepsiCo Beverages North America produziert und verkauft Getränke und weitere Produkte unter den Marken Pepsi, Gatorade, Mountain Dew, Diet Pepsi, Aquafina, Diet Mountain Dew, Sierra Mist und Mug. In Lateinamerika, Europa und Subsahara Afrika werden ebenfalls Getränke, Lebensmittel und Snacks verkauft.

Es gibt mehrere Argumente dafür, PepsiCo zu den besten Inflations-Aktien zu zählen. So hat sich das Unternehmen durch ein großes Portfolio bekannter Marken einen wirtschaftlichen Burggraben aufgebaut. Dieser eröffnet zusammen mit den durch die globale Produktion und den globalen Vertrieb bedingten Skalenvorteilen Verhandlungsmacht auf der Beschaffungsseite und Preissetzungsmacht auf der Absatzseite.