
Quantum Computing: Das Verdrahtungsproblem der Quantenindustrie: QuantumCore hat eine Lösung
Wer in Quantencomputing investiert, denkt an Qubits, an IBM, Google oder Microsoft. Was dabei oft übersehen wird: Die eigentliche Skalierungsbremse der Branche liegt in der Infrastruktur drumherum.
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QuantumCore ISIN CA74767F1045 WKN A429HH hat eine Kooperation mit Kanadas führendem Mikrowellenexperten Professor Raafat Mansour von der Universität Waterloo bekanntgegeben. Gemeinsam sollen kryogene Multiplexing-Mikrochips entwickelt werden, eine Technologie, die eines der hartnäckigsten Ingenieurprobleme der Quantenindustrie adressiert: die Verkabelung.
Verkabelung als größtes Problem der Quantenindustrie
Aktuelle Quantencomputer arbeiten bei Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt, rund 15 Millikelvin, also kälter als das Weltall. In dieser kryogenen Umgebung muss jedes einzelne Qubit über separate Leitungen kontrolliert und ausgelesen werden. Bei den heutigen Systemen mit einigen hundert Qubits ist das noch handhabbar. Bei den Millionen von Qubits, die für fehlertolerante Quantencomputer benötigt werden, wird die Verdrahtungskomplexität zu einem schier unlösbaren physikalischen Problem.
Multiplexing löst dieses Problem durch Bündelung: Statt einer Leitung pro Qubit können mehrere Qubits über einen einzigen Kanal angesteuert werden, ähnlich wie Mobilfunknetze viele Nutzer über dasselbe Frequenzband bedienen. Das klingt simpel, ist aber in einer kryogenen Umgebung extrem anspruchsvoll, weil jede zusätzliche Elektronik Wärme erzeugt und damit das gesamte System destabilisieren kann.
CEO Eugene Profis bringt die strategische Logik auf den Punkt: "Quantencomputer zu skalieren erfordert mehrere Lösungen, um Wärmemanagement und Fertigungskomplexität zu bewältigen. Wir glauben, dass Multiplexing-Technologien zur grundlegenden Infrastruktur zukünftiger Quantencomputer-Plattformen werden."
Forscher mit nachgewiesenem Gründungserfolg
Was Professor Mansour von vielen akademischen Partnern unterscheidet, ist seine Bilanz als Unternehmensgründer. Technologien aus seinem Labor haben zur Gründung von AdHawk Microsystems und ICSPI geführt, beide heute aktive Technologieunternehmen. Mit 37 erteilten Patenten und über 380 begutachteten Fachpublikationen in Mikrowellentechnik, Hochfrequenz-Schaltkreisen und kryogenen Systemen bringt er genau das mit, was QuantumCore für den nächsten Entwicklungsschritt benötigt: technische Tiefe kombiniert mit dem Wissen, wie man Laborforschung in marktfähige Produkte überführt.
Quanten-Infrastruktur als strategisch relevantes Marktumfeld
QuantumCore verfolgt einen Ansatz, der sich von den meisten börsennotierten Quantenunternehmen unterscheidet. Statt auf eine einzige Qubit-Architektur zu wetten, baut das Unternehmen ein breites Sortiment an Infrastrukturkomponenten auf, darunter supraleitende Verstärker, kryogene Steuerungshardware, Einzelphotonen-Detektoren und nun Multiplexing-Technologien. Diese Komponenten werden unabhängig davon gebraucht, ob sich am Ende supraleitende, photonische oder ionenfallen-basierte Quantensysteme durchsetzen. Das ist die klassische Picks-and-Shovels-Logik: nicht auf den Goldrausch setzen, sondern die Ausrüstung liefern.
Dass dieser Ansatz von strategischer Relevanz ist, zeigt das Marktumfeld. Das niederländische Unternehmen QuantWare schloss zuletzt eine Finanzierungsrunde über 178 Millionen US-Dollar ab, an der unter anderem In-Q-Tel, die Beteiligungsgesellschaft der US-Geheimdienste, beteiligt war. Der Markt für Quantenhardware-Infrastruktur soll nach Branchenschätzungen bis Mitte der 2030er-Jahre auf mehrere Milliarden US-Dollar anwachsen.
QuantumCore ist derzeit eines der wenigen börsengehandelten Unternehmen, die ausschließlich auf diese Infrastrukturebene fokussiert sind. Die Kooperation mit Waterloo erweitert das Technologieportfolio gezielt um eine der kritischsten Skalierungskomponenten. Für Anleger mit Interesse am frühen Einstieg in die nächste Welle der industriellen Transformation ist die Quantumcore-Aktie damit einen genaueren Blick wert.
