
Eritrea im Fokus: Zwischen Chinas Bergbau und westlichen Rohstoffinteressen
Jahrelang dominierten chinesische Konzerne Eritreas Bergbau - westliche Unternehmen blieben wegen Sanktionen außen vor. Nun prüft Washington eine Lockerung, und das rohstoffreiche Land rückt wieder in den Fokus.
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Jahrzehntelang galt Eritrea für westliche Bergbauunternehmen als schwieriger Standort. Politische Isolation, Sanktionen und eine geringe internationale Präsenz führten dazu, dass sich vor allem chinesische Unternehmen den Zugang zu den wichtigsten Rohstoffprojekten des Landes sicherten. Nun könnte sich das Umfeld verändern. Washington prüft laut Medienberichten eine Lockerung der seit 2021 bestehenden Sanktionen gegen die eritreische Führung. Parallel wächst weltweit das Interesse an neuen Bezugsquellen für Gold und kritische Rohstoffe. Damit rückt eines der geologisch interessantesten, aber bislang am wenigsten erschlossenen Bergbaugebiete Afrikas wieder stärker in den Fokus.
Arabisch-Nubischer Schild als wichtige Rohstoffregion Afrikas
Eritrea liegt auf dem Arabisch-Nubischen Schild, einer geologischen Formation, die sich von Ägypten über den Sudan und Eritrea bis nach Saudi-Arabien erstreckt. Die Region beherbergt zahlreiche Gold-, Kupfer-, Zink- und Silberlagerstätten und zählt zu den produktivsten Goldprovinzen Afrikas. Während Länder wie Ägypten oder Saudi-Arabien ihre Exploration in den vergangenen Jahren deutlich ausgeweitet haben, blieb Eritrea aufgrund seiner politischen Rahmenbedingungen vergleichsweise wenig untersucht. Gleichzeitig gewinnt das Land durch seine rund 1.200 Kilometer lange Küste am Roten Meer auch geopolitisch an Bedeutung. Die Handelsroute zählt zu den wichtigsten Seewegen zwischen Europa und Asien.
Chinesische Unternehmen dominieren den Bergbau
Die industrielle Rohstoffförderung wird heute weitgehend von chinesischen Unternehmen geprägt. Das Bisha-Projekt, eines der wichtigsten Bergbauvorhaben des Landes, befindet sich mehrheitlich im Besitz von Zijin Mining Group Co. Ltd. CNE100000502A0M4ZR und produziert Zink-, Kupfer- und Silberkonzentrate.
Auch das weit fortgeschrittene Asmara-Projekt, das mehrere Kupfer-, Zink-, Gold- und Silberlagerstätten umfasst, wird mehrheitlich von der chinesischen Sichuan Road and Bridge Mining Investment and Development (SRBM) kontrolliert. Hinzu kommt das Kaliprojekt Colluli, das als eines der größten Kalivorkommen weltweit gilt und ebenfalls unter maßgeblicher chinesischer Beteiligung entwickelt wird.
Diese Dominanz ist das Ergebnis jahrelanger Investitionen in einem Umfeld, das für viele westliche Unternehmen mit politischen und regulatorischen Unsicherheiten verbunden war.
Washington signalisiert mögliche Annäherung
In den vergangenen Monaten mehrten sich jedoch Hinweise auf eine vorsichtige Annäherung zwischen Washington und Asmara. Hintergrund sind mehrere strategische Entwicklungen. Zum einen gewinnt das Rote Meer durch die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten und die Angriffe auf die internationale Schifffahrt erheblich an Bedeutung. Zum anderen suchen die USA und ihre Verbündeten weltweit nach zusätzlichen Bezugsquellen für kritische Rohstoffe, um Lieferketten breiter aufzustellen und die Abhängigkeit von einzelnen Staaten zu verringern.
Nach einem im Mai bekannt gewordenen internen Papier des US-Außenministeriums wird eine Aufhebung der seit 2021 bestehenden Sanktionen gegen die regierende Partei Eritreas sowie einzelne Regierungsvertreter geprüft. Sollte dieser Schritt erfolgen, könnte sich das Investitionsumfeld für westliche Unternehmen deutlich verbessern.
Alpha Exploration gehört zu den wenigen westlichen Explorern im Land
Während viele internationale Bergbauunternehmen Eritrea bislang meiden, arbeitet Alpha Exploration VGG3198S1074A3DLBX bereits seit mehreren Jahren an der Entwicklung seines vollständig kontrollierten Kerkasha-Projekts. Das rund 514 Quadratkilometer große Lizenzgebiet zählt zu den größten zusammenhängenden Explorationsprojekten des Landes.
Im Mittelpunkt steht der etwa sieben Kilometer lange Aburna-Korridor, auf dem das Unternehmen im Juli ein neues Bohrprogramm über 6.500 Meter gestartet hat. Rund 60 % der Bohrmeter entfallen auf die Erweiterung bereits bekannter Goldzonen in den Bereichen Hill 52, Central und Northeast. Weitere 40 % sind für erstmals zu testende Zielgebiete innerhalb des Korridors vorgesehen. Nach Angaben des Unternehmens wurden bislang erst rund 20 % des Korridors systematisch durch Bohrungen untersucht, sodass weiterhin erhebliches Erweiterungspotenzial besteht.
Ergänzt wird das Projekt durch das etwa sieben Kilometer südlich gelegene Anagulu-Projekt, auf dem Alpha Exploration ein großflächiges Kupfer-Gold-Porphyrsystem erkundet. Damit kombiniert das Unternehmen Gold- und Kupferpotenzial innerhalb eines einzigen Projektgebiets - zwei Rohstoffe, die weltweit zu den gefragtesten Metallen zählen.
Für Alpha Exploration bleibt der kurzfristige Erfolg zunächst von den Ergebnissen des laufenden Bohrprogramms abhängig. Gleichzeitig könnte sich das Umfeld mittelfristig verändern. Wenn westliche Staaten ihre Beziehungen zu Eritrea schrittweise normalisieren und Investitionen erleichtern, sollte auch das internationale Interesse an den bislang wenig erschlossenen Rohstoffvorkommen des Landes zunehmen. Davon sollten dann bereits im Land aktive Explorer besonders profitieren.
Fazit
Eritrea gehört trotz seines großen geologischen Potenzials bislang zu den am wenigsten beachteten Bergbauregionen Afrikas. Politische Isolation und Sanktionen haben dazu geführt, dass chinesische Unternehmen den industriellen Bergbau über Jahre hinweg maßgeblich geprägt haben. Gleichzeitig wächst weltweit der Bedarf an neuen Bezugsquellen für Gold und kritische Rohstoffe, während geopolitische Spannungen die Diversifizierung internationaler Lieferketten beschleunigen.
Sollte sich das Verhältnis zwischen Eritrea und westlichen Staaten weiter verbessern, könnte das Land für internationale Bergbauunternehmen wieder deutlich interessanter werden. Neben seinem Rohstoffreichtum sprechen dafür auch die strategische Lage am Roten Meer und die vergleichsweise geringe geologische Erkundung vieler Projektgebiete. Damit würde Eritrea von einem lange übersehenen Bergbaustandort zu einer Region werden, die künftig stärker in den Fokus globaler Rohstoffinvestoren rückt.
