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Investor WocheBayer im Höhenflug, Israel greift Iran an, Einigung im Zollstreit zwischen USA und China, Gold hängt den Euro ab, Silber auf 14-Jahres-Hoch

Die israelischen Streitkräfte haben einen Militäreinsatz gegen den Iran aus der Luft gestartet und der Ölpreis zieht an. Washington und Peking einigen sich im Handelsstreit. Die Bayer Aktie profitiert von Kaufempfehlungen und der Silberpreis klettert auf die höchsten Kurse seit 2011

von Verumo-Redaktion

Lesezeit 8 min
Titelbild: picture alliance / Panama Pictures / Christoph Hardt

Marktentwicklung

Die Märkte zeigten sich trotz der angekündigten Einigung im Zollstreit zwischen den USA und China in dieser Woche zurückhaltend. Der DAX gab bis Donnerstagmittag um rund 500 Punkte nach. S&P 500 und NASDAQ-100 lagen minimal im Plus. Der Goldpreis verbleibt in seiner Konsolidierungszone, Silber und Platin setzen ihre Aufwärtstrends fort. Der EUR/USD durchbricht die Marke von 1,15. Seit der Wochenmitte machten sich zunehmend Sorgen um eine mögliche Eskalation im Streit zwischen den USA und Israel und dem Iran breit. Am Freitagmorgen kam es schließlich zu einem "Präventivschlag" auf militärische und nukleare Ziele in der iranischen Hauptstadt Tehran.

Top-Meldungen

Israel greift den Iran an

Trotz Warnungen aus den USA hat Israel zahlreiche Ziele im Iran angegriffen, darunter Tehran und die Atomanlage Natans. Verteidigungsminister Katz sprach von einem "Präventivschlag" und rechnet mit Vergeltung. Israel rief den Ausnahmezustand aus. Schulen, Geschäfte und Büros bleiben geschlossen. Beide Länder sperrten ihren Luftraum.

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu erklärte, man habe das "Herzstück" des iranischen Urananreicherungsprogramms getroffen. Auch das ballistische Raketenprogramm Irans sei erheblich beschädigt worden. Laut iranischen Medien wurde Revolutionsgarden-Chef Hossein Salami getötet. Ex-Innenminister Ahmad Wahidi soll sein Nachfolger werden.

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Ölpreis zog schon vor dem Angriff kräftig an

Die Ölpreise zogen zur Wochenmitte deutlich an. Nach dem Angriff Israels auf Ziele im Iran ist die Verunsicherung groß. Ein Barrel WTI kostete am Freitagmittag 72,87 USD, Brent 74 USD. Die USA reduzierten aus Sicherheitsgründen ihr Personal in der Region. Trump wörtlich: "Sie werden abgezogen, weil es ein gefährlicher Ort sein könnte. Wir werden sehen, was passiert." Im Atomstreit mit dem Iran zeichnet sich weiterhin keine Lösung ab. Trump betonte, eine atomare Bewaffnung des Landes könne die USA "nicht erlauben".

Trump verkündet Einigung mit China im Zollstreit

US-Präsident Donald Trump verkündete am Mittwoch eine weitgehende Einigung mit China im Handelsstreit. Demnach erheben die USA Einfuhrzölle in Höhe von 55 %, während China US-Waren mit 10 % belegt.

Die Volksrepublik hebt das Exportverbot für Seltene Erden auf, chinesische Studenten erhalten Zugang zu US-Universitäten. Beschränkungen für den Verkauf von Produkten an China werden gelockert, etwa für Triebwerke und zugehörige Teile sowie Ethan.

Die Börsen reagierten verhalten – auch, weil noch nicht alle Details feststehen und die Vereinbarung unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die beiden Staatschefs steht. Zudem befristet China die Exportlizenzen für Seltene Erden auf sechs Monate: Analysten sehen darin den Willen, die Bereitschaft zur Eskalation hochzuhalten.

Inflation in den USA steigt nur leicht auf 2,4 %

Die Inflation in den USA ist im Mai wie erwartet nur leicht von 2,3 % im April auf 2,4 % gestiegen. Die Kerninflation lag bei 2,8 % und damit auf dem Niveau des Vormonats und leicht unterhalb der Erwartungen. US-Staatsanleihen legten daraufhin leicht zu, der USD gab ab und notierte am Donnerstagmittag bei 1,15.

EZB sieht Gold als Reservewährung am Euro vorbeiziehen

Aufgrund massiver Käufe durch die Zentralbanken hat Gold den Euro als zweitwichtigste Reservewährung der Welt abgelöst. Dies geht aus der jährlichen Bewertung der Europäischen Zentralbank zur internationalen Stellung der Gemeinschaftswährung hervor. Ende des vergangenen Jahres erreichte der Anteil des Goldes an den weltweiten Reserven zu Marktpreisen 20 %. Der Anteil des Euro lag zu Marktpreisen bei 16 % (bereinigt um Wechselkursveränderungen allerdings wenig verändert bei 20 %). Der Anteil des US-Dollar fiel um zwei Prozentpunkte auf 57,8 %.

Unter der Lupe

Bayer Aktie nach Kaufempfehlungen im Höhenflug

Die Bayer Aktie (ISIN: DE000BAY0017, WKN: BAY001) gehört zu den stärksten DAX-Werten des Jahres – und lag auch zur Wochenmitte wieder tief im grünen Bereich. Am Mittwoch stiegen die Titel des Agrar- und Pharmakonzerns in der Spitze um 4,2 % auf knapp 28 Euro: Das Plus seit dem Jahreswechsel wuchs auf mehr als 40 %.

Der Anlass: Gleich zwei Analysten (Rajesh Kumar von UBS und Christian Faitz von Kepler Chevreux) stuften die Aktie hoch und sprachen Kaufempfehlungen aus. Sie folgten damit auf die wenige Tage zuvor durch James Quigley von Goldman Sachs ausgesprochene Kaufempfehlung. Faitz sieht Risken aus den US-Rechtsstreitigkeiten sowie den operativen Problemen mittlerweile im Aktienkurs eingepreist.

Bayer hatte 2028 das Agrarchemieunternehmen Monsanto in den USA übernommen und kämpft seitdem mit Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit dem angeblich krebserregenden Wirkstoff Glyphosat im Unkrautvernichter Roundup. Immer wieder kam es zu Schadenersatzurteilen, mehr als 10 Mrd. EUR wurden bislang für Vergleichszahlungen aufgewendet, weitere 6 Mrd. EUR dafür zurückgestellt.

Ein Grundsatzurteil des obersten US-Gerichts steht aus, weitere Rechtsrisiken bleiben – fallen aber nach Ansicht von mehr und mehr Analysten allmählich weniger ins Gewicht. Fundamental jedenfalls ist die Bayer Aktie günstig bewertet: Das KBV liegt bei 0,80, das zukunftsgerichtete KGV unter 6.

Morningstar sieht den fairen Wert der Bayer Aktie bei 40,73 EUR (aktueller Kurs: 27,79 EUR). Mittlerweile empfehlen acht der durch das Wall Street Journal befragten Analysten die Aktie zum Kauf (bei 1x Overweight und 13x Hold).

Chart der Woche: Silber setzt zum Sprung an

Der Silberpreis setzt seinen Höhenflug fort: Am Donnerstag kostete eine Feinunze 36 USD, was einem 14-Jahres-Hoch entspricht. Seit Anfang April beträgt das Plus mehr als 20 %.

Die technischen Signale für eine Fortsetzung des Trends mehren sich: Ausbrüche auf Tages- und Wochenbasis, Point & Figure Einstiegssignale und technische Kursziele jenseits der Marke von 40 USD: Gut möglich, dass es noch weiter aufwärts geht.

Marktteilnehmer sehen einen Aufholeffekt gegenüber Gold. Alexander Zumpfe von Heraeus sieht "erneutes Interesse von Momentum-Investoren, die in Silber umschichten."

Neben dem günstigen technischen Bild sprechen auch die Fundamentaldaten für Silber. Die industrielle Silberproduktion wird in diesem Jahr voraussichtlich um 3 % wachsen, der Markt wird in diesem Jahr zum fünften Mal in Folge ein Defizit aufweisen, die Lagerbestände schrumpfen. Die viel beachtete Gold-Silber-Ratio liegt mit etwa 91 deutlich über ihrem historischen Durchschnitt.

Silber Kurs, Stand 13.06.2025
Silber Kurs, Stand 13.06.2025
Bildquelle: Tradingview

Fun Fact

Churchills goldenes Klo auf Abwegen

Das sprichwörtliche goldene Klo ist das Synonym für protzigen Überfluss - in dem sich mancher von uns gern selbst sonnen würde. Ein Brite fiel seiner Gier zum Opfer und wurde im Mai zu 21 Monaten Haft und unbezahlter Arbeit verurteilt: Er hatte eine Toilette aus 18-karätigem Gold aus dem Geburtshaus von Winston Churchill in Blenheim Palace gestohlen. Maurizio Cattelans Massivgold-Skulptur wurde anschließend womöglich eingeschmolzen und verkauft. Jedenfalls fehlt von dem "goldenen Thron" jede Spur.

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